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Ostholsteiner Anzeiger

18. Dezember 2017 | 23:07 Uhr

Garantiertes Glück als Betrugsmasche

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Mysteriöses Schreiben aus der Schweiz setzt auf den Faktor Angst

von
erstellt am 28.Feb.2014 | 12:06 Uhr

Ein Brief aus der Schweiz, korrekt an sie adressiert, hat eine Eutinerin erst in Erstaunen, dann in Alarmstimmung versetzt. „Ich werde nicht die einzige Empfängerin solcher Betrugsschreiben sein. Und wer weiß, wie viele Menschen sich dadurch unter Druck setzen lassen und wie gefordert Geld überweisen“, wandte sie sich mit der Absicht, Gutgläubige zu warnen, an den OHA.

Das Schreiben, das eine sich Yvanna nennende Person geschickt hat, umfasst drei beidseitig bedruckte Seiten, ist sehr persönlich gehalten – und gibt der Empfängerin gleich eine „eindringliche Warnung“ vor Schicksalsschlägen: „Der neue Lebenszyklus, der ab dem 31. März ab 6.30 Uhr auf Sie wartet, ist ein echter Tsunami. Er wird alles zerstören, sogar das, was Sie sich in der Vergangenheit aufgebaut haben.“

Aber, Schreck lass nach, die Briefschreiberin bietet sich der Eutinerin als große Beschützerin an: „Ich bin jetzt für Sie da, selbst wenn Sie mit großen Problemen konfrontiert werden. Ich werde Sie nie fallen lassen.“ Und dieses Versprechen werde sie halten, denn sie gehöre zur „Gilde der großen internationalen Wahrsager“. Und die habe beschlossen, die drohenden Schicksalsschläge von der Eutinerin abzuwenden.

Dazu werde ihr als außergewöhnliches Geschenk eine „spiritistisch-stellare Wiedergeburt“ gewährt, verbunden mit einer Rente von 190 000 Euro. Damit nicht genug der Wunder: Die Gilde der großen Wahrsager rückt auch die seltene „Himmelskarte des Grals“ heraus, damit der Eutinerin eine immerwährende Glückssträhne zuteil werde. „Sobald Sie diese zwei Geschenke des Himmels erhalten haben, brauchen Sie sich keine Sorgen mehr zu machen“, verspricht Yvanna.

Allerdings müsse die Eutinerin schnell handeln: Sie müsse ihr Einverständnis erklären, dass die diese „Geschenke des Himmels“ tatsächlich haben wolle. Und dass sie natürlich bereit sei, dafür „einen bescheidenen Beitrag von 36 Euro“ zu überweisen. Das geht entweder per Auslandsüberweisung oder per Kreditkartenabbuchung, wofür alle notwendigen Angaben zu machen sind – alles formularmäßig in dem Schreiben vorbereitet. Und dann gibt es noch eine Garantie: Falls die Eutinerin nicht binnen 120 Tagen zufrieden sei mit ihrem neuen Glück, dann werde Yvanna das Geld „bedingungslos zurückerstatten“. Ganz großes Wahrsager-Ehrenwort. Eine kleine Bedingung nur noch: Das Ganze unterliege natürlich der Geheimhaltungspflicht, alle Angaben seien vertraulich und dürften nicht weitergegeben werden.

Diese Bedingung wollte die Eutinerin aber keinesfalls erfüllen. Im Gegenteil: Dieser Brief sei infam. Erst werde den Empfängern Angst gemacht, dann solle ihnen mit viel Hokuspokus das Geld aus der Tasche gezogen werden. „Stellen Sie sich mal vor, nur ein paar der vielen Adressaten dieses Serienbriefes zahlen tatsächlich, dann lohnt sich für die Betrüger der Aufwand schon. Wo haben die bloß meine Adresse her?“ Spannende Frage – aber darauf wird Yvanna wohl nie antworten.

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