Eutin : Gäste mit Internet unzufrieden

Wenn beim Web-Anschluss nichts läuft, sinkt bei Gästen die Urlaubsstimmung.
Wenn beim Web-Anschluss nichts läuft, sinkt bei Gästen die Urlaubsstimmung.

Die Web-Anbindung in der Holsteinischen Schweiz könnte besser sein – das besagt das Tourismusbarometer des Tourismusverbands Schleswig-Holstein und des Sparkassen- und Giroverbands für Schleswig-Holstein.

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19. Oktober 2018, 18:12 Uhr

Im Tourismus geht es nicht mehr ohne das Internet. Weder als Darstellungs- und Buchungsplattform noch als Service für den Gast. „Wer nicht im Web ist, existiert nicht“, sagt Hans-Ingo Gerwanski, der sich seit 20 Jahren mit Tourismus beschäftigt. Der Direktor bei der Sparkasse Holstein war nach eigener Aussage maßgeblich daran beteiligt, das „Tourismusbarometer“ (TB) des Tourismusverbands und des Sparkassen- und Giroverbands Schleswig-Holstein ins Land zu holen. Es erscheint seit 2002. Die Tourismusberatung DWIF bewertet die Marktlage.

Bei der Gästezufriedenheit fällt das Kriterium Internetanschluss in der Holsteinischen Schweiz negativ auf. Einen Wert auf der Zufriedenheitsskala mit bis zu 100 Punkten nennt das TB 2017 allerdings nicht. Das sei wegen der geringe Zahl der Bewertungen nicht möglich, erklärt Karsten Heinsohn, bei DWIF Leiter des TB. Dennoch wiesen die Experten auf Tendenzen hin, damit die Akteure vor Ort aktiv werden könnten. Die Gesamtzufriedenheit über Unterkunft, Urlaubsort, Service und anderes lag in der Region bei gut 84 Punkten und damit über dem Durchschnittswert für Deutschland: 83 Punkte.


Wenig Hotelgäste in der Region

Hotelgäste gehören nicht zur größten Gästegruppe in der Holsteinischen Schweiz. Sie machten im Vorjahr 22 Prozent der Übernachtungen aus (SH: 33 Prozent). Die Pensionen sind nur mit 0,9 Prozent dabei. Dem entgegen standen die Gruppenunterkünfte, die mit 24 Prozent weit über dem Landesdurchschnitt (14 Prozent) lagen. In Schleswig-Holstein meldeten die Betriebe 30 Millionen Übernachtungen in 2017.

Beiträge in Sozialen Medien

Eine bedeutende Grundlage für das TB nehmen Beiträge in den Sozialen Medien ein. Die Auswertung des Beitragsaufkommens „Social Media“ ergab, dass in Verbindung mit der Ostsee (mit Kiel und Lübeck) vor allem Kulturelles registriert wurde. Erst dann folgten Wassersport, Gesundheit, Rad fahren und Kulinarik. In Verbindung mit der Holsteinischen Schweiz waren es ebenso die Kultur, dann aber Gesundheit, Wassersport und Rad fahren.

Sucht man nach den meisten positiven Bewertungen sind es für die Region Ostsee „Gesundheit/Wellness“, für die Holsteinische Schweiz „Regional/Kulinarik“. Genau solche Bereiche empfiehlt Karsten Heinsohn auszubauen. Ohne Internet gehe das nicht, betont Hans-Ingo Gerwanski.

Mit einem Bruttoumsatz von 9,5 Milliarden Euro im Land (davon 3,8 Milliarden Euro durch Tagesgäste) bilden Touristen einen wichtigen Wirtschaftsfaktor.


Übernachtungen 2017 in Schleswig-Holstein

Laut Sparkassen-Tourismusbarometer (TB) stieg die Zahl der Übernachtungen in Schleswig-Holstein 2017 um 3,4 Prozent (vorläufige Zahl). An der Ostsee um 3,6 Prozent (Nordsee: 3,1 Prozent, vorläufige Zahlen). In der Holsteinischen Schweiz weist der Trend in die andere Richtung: -3,9 Prozent. Nach Erkenntnis des TB, sei der Rückgang mit den positiven Auswirkungen der Landesgartenschau 2016 zu begründen, sagt Hans-Ingo Gerwanski, Direktor bei der Sparkasse Holstein und Mitinitiator des TB in Schleswig-Holstein.
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