Eutin : Gänse, die verbinden sollen

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Zusammenspiel heißt ein deutsch-dänisches Kunstwerk, das auf dem Kellersee bei Fissau zu sehen ist. Die Skulptur ist ein Werk von Traute Ohlenbhusch.

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27. Oktober 2014, 12:53 Uhr

Traute Ohlenbusch blickt zufrieden auf den Kellersee hinaus: „Wir haben hier etwas geschaffen, das die regionale Identität perfekt widerspiegelt.“ Zwei Jahre der konzeptionellen Planung mit ersten Überlegungen, Arbeitskreisen und der praktischen Umsetzung liegen hinter der Bildhauerin und dem Team aus deutschen und dänischen Lehrlingen. Sie arbeiteten für das grenzübergreifende EU–Projekt „Regioskill“ der Handwerkskammer Lübeck an einem Artefakt als Symbol einer zusammenwachsenden Fehmarnbelt-Region. Das Ergebnis: Die
aus fünf Holzgänsen bestehende Skulptur „Zusammenspiel“, die gestern am Ufer des Kellersees in Fissau eingeweiht wurde.

„Wichtig war mir, durch die Wiederholung des Gänsemotivs Bewegung in die Figur zu bringen“, berichtet Traute Ohlenbusch vom Hintergrund ihrer Gestaltungsidee. Die Skulptur auf Höhe der Leonhard-Boldt-Galerie ist dabei das letzte von vier Kunstwerken, die im öffentlichen Raum in Deutschland und Dänemark durch Regioskill errichtet wurden. Inhaltlich geht es hier immer um das Thema der Verschmelzung einer Region, veranschaulicht in künstlerischen Arbeiten. „Wir wollen damit eine neu entstehende Wirtschafts- und Kulturregion auch ein bisschen greifbarer machen“, sagt Monika Patschull, Projektleiterin Regioskill. Am Werk „Zusammenspiel“ waren je fünf Lehrlinge des Handwerks aus Deutschland und Dänemark beteiligt. Zudem wurden die Arbeiten von der Forschung begleitet, „denn vor allem auf dem Arbeitsmarkt können wir in Zukunft von einem deutsch-dänischen Zusammenwachsen in der Region nur profitieren“, wie Klaus Schulte von der Universität Roskilde bemerkte.

Und warum nun Gänse auf dem Kellersee? „In der Märchenwelt des Nordens haben diese Tiere ihren festen Platz und stehen meistens für Verwandlungs- und Reifeprozesse“, erklärt Traute Ohlenbusch, als sie nochmals auf die lebensgroßen Holznachbildungen schaut. Und dass die Skulptur direkt auf den See muss, war ihr auch von Anfang an klar: „Das Wasser gehört zu dieser Region, und die hier dargestellten Graugänse gehören aufs Wasser, also musste ich bei der Figur nicht zweimal überlegen.“

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