Gädechens lobt Eutins Entwicklung

Das Treffen der Eutiner Christdemokraten im Brauhaus klang mit persönlichen Gesprächen aus.
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Das Treffen der Eutiner Christdemokraten im Brauhaus klang mit persönlichen Gesprächen aus.

Der Bundestagsabgeordnete war Sonnabend beim Dreikönigs-Stammtisch der Eutiner CDU / Heiko Godow verlässt die Stadtvertretung

shz.de von
06. Januar 2018, 19:00 Uhr

Die CDU Eutin hatte zu ihrem Dreikönigs-Stammtisch am Sonnabend im Brauhaus den Bundestagsabgeordneten Ingo Gädechens eingeladen. Der beließ es nicht bei bundespolitischen Ausführungen, sondern lobte die Entwicklung, die das finanziell angeschlagene Eutin mit seiner Stadtsanierung, etwa dem Platz vor dem Bahnhof, nehme.

Am Rande gab Heiko Godow bekannt, dass er bei der bevorstehenden Kommunalwahl am 6. Mai nicht mehr antreten werde. Der Eutiner begründete seine Entscheidung mit mehreren Ämtern, die er bei den Schützen übernommen habe.

Der CDU-Fraktionsvorsitzende Matthias Rachfahl wird sich wieder zur Wahl stellen, wenn es seine Partei wolle. Doch erst einmal müssten Bewerber für 14 Wahlkreise gefunden werden.

Gädechens zeigte sich sicher, dass das gelingen werde: „Ich bin guter Dinge, dass wir bis auf wenige Ecken in Ostholstein wieder viel besser als alle anderen politischen Parteien zur Kommunalwahl antreten können.“

Der Bundespolitiker möchte, wie er sagte, raus aus den verkrusteten Strukturen, weg vom Hervorkehren der sozialen Schwächen und sozialen Stärken. „Wir müssen hin zu modernem Denken“, sagte Gädechens, das beduete unter anderem, das zu benennen, was gut gelaufen sei.

So gehe es vielen Gemeinden deutlich besser, die Stadt Eutin einmal ausgenommen. Die leide noch an den finanziellen Folgen der schönen Landesgartenschau 2016.

Für die Zuwanderung ins Land wünsche er sich, so Gädechens, ein Einwanderungskonzept: „Ihr könnt gerne kommen, aber mit der und der Qualifikation.“ Es müsste geregelt werden, dass Menschen nach Deutschland kommen, die dabei helfen, den Fachkräftemangel in der Pflege, in Restaurants und Hotels und anderen Bereichen zu beheben.

Eine Lockerung wünsche er sich in der föderalen Struktur der Bildungslandschaft. „Wir müssen versuchen, Standards anzugleichen.“ Er sei bereit, das Kooperationsverbot aufzuweichen, wenn es um Geld gehe, damit schwache Gemeinden gefördert werden könnten. Er könne den Menschen nicht mehr erklären, warum in Tansania Projekte gefördert würden, aber an der Ahrensböker Schule die Toiletten nicht saniert werden könnten.

Eine Kooperation zwischen öffentlicher Hand und Privatwirtschaft kann sich Gädechens beim Bau von Schulen „gut vorstellen“. In Fehmarn habe eine solche Zusammenarbeit gut funktioniert. Ein Vorteil sei, dass ein privater Bauherr im Gegensatz zur öffentlichen Hand nachverhandeln könne.

Von einer einheitlichen Lehrerbesoldung hält Gädechens derzeit nichts. 40 Millionen Euro dafür würden das Land überfordern. Schulrat Manfred Meyer, der unter den gut 30 Mitgliedern und Gästen war, nickte zustimmend.

Mit Blick auf die großen Bauvorhaben in Ostholstein (Fehmarnbelt-Anbindung, Bahntrasse und Energietrasse) begrüßte Gädechens das Gutachten, dass sich Kreis und Gemeinden zum Bau einer 380-KV-Leitung eingeholt haben (wir berichteten). „Wir sollten nicht bauen, was wir nicht brauchen.“

Zum Katastrophenschutz befragt, hält der CDU-Politiker das Technische Hilfswerk für technisch und organisatorisch besser aufgestellt als früher, doch so ganz werde es ohne die Bundeswehr bei Hochwasser nicht gehen. Die Truppe sei einfach in der Organisation langjährig erfahren und mit seinen Befehlsstrukturen eingespielt. Auf Zustimmung stieß der 57-Jährige mit der Feststellung, dass sich in den sozialen Netzwerken und bei Fällen der körperlichen Gewalt eine soziale Verrohung breit mache.

Am Rande der Veranstaltung sagte der Stadtvertreter und CDU-Fraktionsvorsitzende Matthias Rachfahl, dass er sich zur Wahl am 6. Mai aufstellen lassen möchte. Der Eutiner stellte sich 2013 zum ersten Mal der Kommunalwahl und übernahm, nachdem er gewählt worden war, verschiedene Ämter.

Die fünf Jahre haben Spaß gemacht, wie Rachfahl, der auch Beisitzer im Ortsvereinsvorstand ist, sagte. Werde er wieder aufgestellt und gewählt, bleibe es spannend, immer wieder innerhalb der Fraktion als auch fraktionsübergreifend Mehrheiten zu finden. Manchmal müsse man aber auch Kompromisse eingehen.

Ein wenig ernüchtert ist der Eutiner bei den Themen Feuerwehrhausneubau und Schulvorhaben: „Man hat gedacht, dass man da schneller vorankommt.“

Für sehr wichtig halte er Transparenz. Rachfahl: „Es ist eine Herausforderung, den Spagat zwischen Politik, Stadt und Bürgern zu schaffen.“. Es sei wichtig, dass alle von den gleichen Dingen ausgingen. Alle müssten Informationen, Interessen, Gegebenheiten, Abhängigkeiten und Möglichkeiten kennen.

Das könne gelingen, wie die Sanierung der Peterstraße zeige. „Die ist durch tatsächliche Kommunikation mit allen Beteiligten gut gelungen.“ Politik sei immer ein Aushandlungsprozess. Dafür wünscht sich Rachfahl weiterhin Bürger, die an dem, was passiert, dranbleiben, reagieren und sachlich diskutieren.

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