Eutin : FWE macht mobil gegen Hotel

Klares Nein zu den Hotelplänen: (von links) Malte Tech, Olaf Bentke, Sigrid Jürß und Heinz Lange.
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Klares Nein zu den Hotelplänen: (von links) Malte Tech, Olaf Bentke, Sigrid Jürß und Heinz Lange.

Vorwurf der Wählertäuschung: Freie Wähler lesen in einem Vorentwurf die Pläne für einen fünfstöckigen „Klotz“ an der Stadtbucht.

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24. Januar 2018, 13:24 Uhr

Der Streit zum das Haus des Gastes ist Geschichte. Das neu aufgeschlagene Kapitel heißt Hotelbau an der Stadtbucht: Die Spitze der Freien Wähler Eutin hat gestern den Vorentwurf eines Bebauungsplanes, der den Rahmen für ein Hotel an der Stadtbucht setzen soll, kompromisslos abgelehnt. Die in dem Entwurf skizzierten Dimensionen des Hotels überträfen seine schlimmsten Befürchtungen, urteilte FWE-Vorsitzender Malte Tech.

Und Sigrid Jürß, die als Sprecherin der Bürgerinitiative für das Haus des Gastes bekannt geworden ist, nahm kein Blatt vor den Mund: Beim Bürgerentscheid über das Haus des Gastes sei „das Blaue vom Himmel gelogen“ worden, um eine Mehrheit für den Abriss zu gewinnen. Nun trete alles ein, wovor die Bürgerinitiative und die Freien Wähler gewarnt hätten, wenn das Haus des Gastes abgerissen werde.

Der Entwurf einer Änderung des Bebauungsplanes 73 steht auf der Tagesordnung des Stadtentwicklungsausschusses am Donnerstag, 1. Februar, um 18 Uhr im Sitzungssaal des Bauamtes. Es sind, wie es in der Vorlage heißt, Vor-Entwurfsunterlagen zum Bauleitplanverfahren für ein frühzeitiges Beteiligungsverfahren auf einer Fläche von knapp 6000 Quadratmetern.

Für die Freien Wähler ist dieser Entwurf des Lübecker „Büros für Projektplanung und Kommunikation im Bauwesen“ ein Verstoß gegen alle Versprechen, die der Bürgerschaft in Hinsicht auf einen angepassten Baukörper an dieser Stelle gemacht worden seien: „Der Vorentwurf geht von einer unterschiedlich gestaffelten Bauweise des Hotels aus. Die wesentlichen Bauteile erhalten danach fünf beziehungsweise vier Geschosse. Eine Tiefgarage ist geplant. Das Gebäude hat eine Gesamtbreite zur Seefront von 75 Metern“, heißt es in einer Erklärung der FWE, und aller Beteuerungen der Hotelbefürworter zum Trotz werde dort der befürchtete Hotelklotz entstehen, der die Stadtbucht verschandeln und das Schloss als Blickpunkt entwerten werde.

Auf jeden Fall werde das Hotel höher und deutlich größer sein als das häufige kritisierte Appartementhaus in der Nachbarschaft, konstatierte Malte Tech. Dabei sei ihm klar gewesen, dass ein Hotel mit den angekündigten 80 Betten angesichts der vorhandenen Fläche nicht mit drei Geschossen realisierbar sei, sondern nur über einen Bau in die Höhe möglich werde.

Würden beim Hotelbau die Höhen ausgenutzt, die in dem Vorentwurf stünden, könne es passieren, dass Fußgänger auf der Seeseite vor einer fünf Meter hohen Betonmauer stünden, sagte Tech weiter. Außerdem bezweifelte er, dass sich angesichts der hohen Grundwasserstände und des Untergrundes eine Tiefgarage verwirklichen lasse. Beim Bau des benachbarten Appartmenthauses sei über eineinhalb Jahre hinweg mit Pumpen gegen Grundwasser gekämpft worden, und mittlerweile würden im Gebäude Folgeschäden sichtbar.

FWE-Stadtvertreter Heinz Lange wies auf die seiner Meinung nach unzureichende Möglichkeit des Lieferverkehrs hin. „Wir sind nicht gegen ein neues Hotel in Eutin“, betonte Lange, „aber an einer Stelle, wo es hinpasst: Die wäre an der Schwimmhalle.“ Und Sigrid Jürß äußerte die Hoffnung, dass sich die Bürger nicht „erneut hinters Licht führen lassen“ und sich die Pläne für einen „Hotelklotz“ nicht gefallen ließen.

Knapp fiel die Stellungnahme der Stadtmanagerin Kerstin Stein-Schmidt zur Kritik der Freien Wähler aus: „Der Vorentwurf zur Änderung des B-Plans 73 ist eine Diskussionsgrundlage für den zuständigen Stadtentwicklungsausschuss. Die hier vorgeschlagenen Höhen richten sich nach den vorhandenen Gebäuden und prägenden Bäumen in der Umgebung. Es handelt sich hierbei noch nicht um eine konkrete Planung, sondern lediglich um einen B-Plan, der den möglichen maximalen Rahmen einer Bebauung vorgibt.“

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