zur Navigation springen
Ostholsteiner Anzeiger

22. August 2017 | 06:02 Uhr

Futsalpremiere mit Eutin 08

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Verbandsligafußballer probieren als Testgegner der Landesauswahl die Variante des Hallenfußballs aus, die 2016 zur Pflicht wird

Der Schleswig-Holsteinische Fußballverband (SHFV) hat am Wochenende in der Sporthalle des Sport- und Bildungszentrums eine Premiere gefeiert. Landestrainer Paul Musiol bereitete zum ersten Mal eine Futsal-Auswahl auf ein Ländervergleichsturnier vor, das ab kommendem Freitag in Duisburg-Wedau gespielt wird. Beim Abschlusslehrgang unterzog Musiol seine Kicker einem Formtest – und die Verbandsligafußballer von Eutin 08 waren als Gegner mit von der Partie.

Im Jugendbereich werden Kreismeisterschaften schon seit sechs Jahren mit der Hallenfußballvariante Futsal ausgekickt. Bei den Senioren sind (noch) Hallenturniere herkömmlicher Art die Regel. So ist Futsal sicher für die Mehrzahl der Erwachsenen-Mannschaften Neuland. Auch die Eutiner hatten bis dato kein Futsalturnier gespielt, umso größer war die Spannung.

Die Schiedsrichter Jan Magnus Kramp vom SV Eichede und Heino Kornetzky vom TSV Fissau gaben den Eutinern in einer Kurzeinweisung einige wichtige Futsalregeln mit auf den Weg. So muss das Spiel vier Sekunden nach Ballkontrolle fortgesetzt werden. Also: keine Chance zum Zeitschinden. Und beim Einkicken oder Freistoß sind fünf Meter Abstand Pflicht.

In der Spielzeit von 20 Minuten darf sich jedes Team vier direkte Fouls leisten. Danach wird jedes Vergehen, egal wo es auf dem Spielfeld begangen wird, mit einem Zehn-Meter-Strafstoß geahndet, das ist die sogeannte „Kumulationsregel“. „Das ist ja wie früher auf dem Bolzplatz, da hieß es immer: drei Ecken, ein Elfer“, erinnerte sich der Eutiner Abwehrchef Sönke Meyer spontan.

Der SHFV hat sich festgelegt, dass ab dem Jahr 2016 alle Hallenturniere im Erwachsenenbereich als Futsalturniere gespielt werden müssen. Vorbei die Zeiten der Fünf-Meter-Tore und des Kicks mit der Bande. Futsal wird auf Handballtore gespielt, der Ball ist etwas kleiner als ein normaler Fußball und springt auch nicht so hoch. Kapitän Lasse Bork (Eutin 08) fasste seine Eindrücke unmittelbar nach dem Praxistest zusammen: „Das war witzig. Das Spiel ist ein bisschen schneller als der Hallenfußball, wie wir ihn bisher spielen. Man muss viel laufen, zum Schluss waren wir alle platt.“

Paul Musiol baut sein Auswahlteam auf. Im Aufgebot des SHFV stehen Spieler zwischen 20 und 28 Jahren. „Wir haben die Spieler danach ausgesucht, wie sie bei bisherigen Futsalturnieren aufgetreten sind“, sagt Musiol. So finden sich in seinem Kader nicht nur Spieler aus höherklassigen Clubs, sondern auch aus der Kreisliga, wie Felix Brügmann und Hendrik Wurr vom SSV Güster oder Nicolai Günther vom FC Sörup-Sterup.

„Beim Futsal werden offensives und technisch versiertes Spiel belohnt“, hat Paul Musiol festgestellt. Es gebe mehr Ballkonzakte als beim herkömmlichen Hallenkick und eine Mannschaft müsse vertikal, also in Richtung gegnerisches Tor, spielen, wenn es zum Erfolg komen will. Deutsches Aushängeschilld sei zurzeit Bundesliga-Profi Max Meyer vom FC Schalke 04, der ein exzellenter Futsalspieler sei. International haben Weltklassefußballer wie Zinedine Zidane und Thierry Henry ihre Wurzeln im Futsal.

„Wir wollten im Test sehen, was wir uns erarbeitet haben“, sagt Musiol, der bei seinem Team Anlaufschwierigkeiten sah. Aber mit zunehmender Spieldauer habe die Auswahl ihren Rhythmus gefunden. Paul Musiol hatte aber auch ein Lob für den Gegner parat: „Eutin 08 hat mir sehr gut gefallen.“ Auch Fabian Thiesen, der beim SHFV als Koordinator für Futsal verantwortlich zeichnet, bezeichnete den Test als gelungen.

Der Eutiner Trainer Hans-Friedrich „Mecki“ Brunner bezeichnete Futsal als interessant. Und: „Es gibt kaum Verletzungsgefahr.“ Lasse Bork fand Gefallen an der anderen Art in der Halle zu kicken: „Das Spiel hat viel mehr mit Fußball zu tun. Ich kann mir gut vorstellen, dass wir schon im nächsten Jahr unser eigenes Turnier nach Futsalregeln spielen.“

zur Startseite

von
erstellt am 20.Jan.2014 | 00:31 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen