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Fußball: Risikospiel in Kiel – 1000 Polizisten im Einsatz

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Innenminister Breitner warnt vor „hoher Gewaltbereitschaft einiger ostdeutscher Fans“

Großkampftag für die
Polizei im Norden. Rund 1000
Beamte sollen heute das Fußballduell der Drittligisten von Holstein Kiel und Hansa Rostock in der Landeshauptstadt absichern – so viele wie noch nie. Die Begegnung wird vom DFB als Hochrisikospiel eingestuft, deshalb wurde von der Polizei Unterstützung aus den Hansestädten Hamburg und Bremen sowie aus Mecklenburg-Vorpommern angefordert. Erwartet werden rund 2000 Anhänger des FC Hansa Rostock – darunter nach Angaben von Schleswig-Holsteins Innenminister Andreas Breitner (SPD) auch 300 gewaltbereite Rostock-Fans.

Schon im Vorfeld dieses explosiven Drittliga-Duells gab es Irritationen, weil die KSV Holstein die Vergabe von Eintrittskarten vom Wohnort der Fußballfans abhängig gemacht hatte (wir berichteten). Die Kieler handelten sich damit den Vorwurf der Diskriminierung ein. Dabei wollte der Verein eigentlich sicherstellen, dass Rostock-Anhänger nur Stadionplätze innerhalb des Gästeblocks bekommen. Offenbar nicht ohne Grund: „Auffällig ist die hohe Gewaltbereitschaft einiger ostdeutscher Fans wie zum Beispiel aus Dresden, Cottbus und Rostock“, sagte Innenminister Andreas Breitner unserer Zeitung .

Die hohen Sicherheitsmaßnahmen in Kiel fallen ausgerechnet zusammen mit der bundesweiten Diskussion über die hohen Kosten der Polizeieinsätze in Fußballstadien. Der Vorstoß des nordrhein-westfälischen Innenministers Jäger, die Polizeipräsenz bei „harmlosen“ Spielen zurückzufahren, stößt weiterhin auf Kritik bei den Vereinen und auch bei Politikern in Bund und Ländern.

„Die Problemfans werden über diese Pläne ganz gewiss nicht traurig sein“, sagte der CDU-Innenexperte im Bundestag, Wolfgang Bosbach. Und die CDU-Landtagsabgeordnete Astrid Damerow warnt: „Ein Mangel an Polizeikräften kann sehr schnell zu Eskalationen führen, bei denen am Ende Menschen verletzt werden“. Laut Gewerkschaft der Polizei (GdP) ist der aktuelle Einsatz in der Landeshauptstadt Kiel angesichts von Personalknappheit und Ferienzeit „schon eine besondere Hausnummer“. GdP-Chef Karl-Herman Rehr klagt: „Das trifft uns unheimlich schwer.“

Die massive Polizei-Präsenz sei jedoch angesichts der aktuellen Risikolage notwendig und habe auch deeskalierende Wirkung. Oft werde nämlich verkannt, dass es in der 3. und 4. Fußball-Liga viel mehr Randalierer gebe als in der 1. Bundesliga. Nötig sei jetzt ein bundesweit abgestimmtes Konzept aller Innenminister und Senatoren der Länder, um Gewaltexzesse rund um die Fußballspiele zu reduzieren und zugleich die Polizei zu entlasten. Seite 11

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erstellt am 05.Aug.2014 | 19:13 Uhr

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