Mediation geplant : Funkturm-Streit in Timmdorf: Kann Pastor Roland Scheel vermitteln?

Timmdorf streitet um den geplanten Bau eines Mobilfunkmasts.
Timmdorf streitet um den geplanten Bau eines Mobilfunkmasts.

Dagmar Nöh-Schüren betont, dass nicht sie, sondern Elke Wilkens Datenschutz-Kritik an der Umfrage vorgebracht habe.

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04. Dezember 2020, 21:04 Uhr

Timmdorf | Eine Mediation soll helfen, die verhärteten Fronten im Streit um den Bau eines Mobilfunkmasts in Timmdorf aufzulösen. Als Mediator sei der Plöner Pastor Roland Scheel im Gespräch, erklärte Dagmar Nöh-Schüren.

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Die Gründerin der Wählergemeinschaft „Bürger-innen für Malente“ wies unterdessen darauf hin, dass nicht sie, sondern die Fraktionsvorsitzende der Bürger-innen, Elke Wilkens, den aus Sicht der Wählergemeinschaft mangelnden Datenschutz bei der Befragung der Timmdorfer zum geplanten Turm-Bau gerügt habe. Im Dorf selbst seien es Petra Hübner, Svenja Jensen und Denia Hegerfeld-Hellwig gewesen, betonte Dagmar Nöh-Schüren. Sie selbst habe im Dorf auf Nachfrage nur ihre rechtliche Einschätzung gegeben, sagte die Plöner Amtsrichterin.

Kritik an Fragestellung

Sie kritisiert den Fragebogen – wegen eines Verstoßes gegen die Datenschutzgrundverordnung – indes nicht nur aus rechtlichen Gründen. Aus ihrer Sicht sei damit auch nicht die Abstimmung über den Funkturm erfolgt, die ursprünglich für die Dorfschaftsversammlung in der Plöner Nikolaikirche vereinbart gewesen sei.

Der durch Dorfvorsteher und Bürgermeisterin Tanja Rönck im Nachgang der Versammlung verschickte Fragebogen werde inhaltlich der Fragestellung nicht gerecht, „Denn es wird nicht nach einem Funkturm im Dorf gefragt, sondern gefragt, ob wir uns eine bessere Mobilfunkversorgung im Dorf wünschen, sagte Dagmar Nöh-Schüren. „Dies entspricht nicht unserer Vereinbarung.“

Zwei weitere Streitpunkte

Was die Menschen im Dorf aber wirklich erzürnt habe, sei zum einen, dass in dem Anschreiben zu dem Fragebogen damit gedroht werde, dass der Funkturm mitten im Dorf auf dem Feuerwehrplatz aufgestellt würde, wenn er abgelehnt würde. Zum anderen stoße auf Unmut, dass der neue Mobilfunkstandard 5G überhaupt nicht erwähnt werde.

Eine bessere Funkversorgung würde schon erreicht, wenn auf dem Bösdorfer Funkturm alle Anbieter vertreten wären. Zentral gehe es letztlich um 5G. Dieses könne nur kurze Distanzen überwinden – etwa drei Kilometer. Daher zirkelten die Mobilfunkanbieter Drei-Kilometer-Distanzen ab: von Bösdorf nach Timmdorf, von Timmdorf nach Behl (auf dem Berg gegenüber Behl) von Behl nach Grebin (Sportplatz Grebin) und von Malente nach Malkwitz.

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