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Ostholsteiner Anzeiger

18. November 2017 | 15:10 Uhr

Fürs neue Reetkleid braucht es Sonne

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Die Eutiner Mühle „Moder Grau“ bekommt eine neue Verkleidung / Eigentümer Volkhard Schlüter trägt einen Großteil der Kosten

von
erstellt am 28.Okt.2017 | 12:00 Uhr

Was 1979 mit einem Besuch als Gast begann, wurde für Volkhard Schlüter 30 Jahre später zur persönlichen Herzensangelegenheit. 2009 kaufte der Malenter Bürger die letzte erhaltene historische Windmühle der Stadt Eutin, von den Bürgern „Moder Grau“ getauft, und führte die Gastwirtschaft im Erdgeschoss weiter.

Acht Jahre später waren die reetverkleideten Wände in einem so schlechten Zustand, dass umfassende Erneuerungsarbeiten unumgänglich wurden. Neben der Zeit und dem norddeutschen Wetter hatten auch Tiere wie die Dohle und Marder der Reetverkleidung des Mühlenturmes zugesetzt. „Es hat bereits reingeregnet“, berichtet Volkhard Schlüter, der auf Unterstützung durch die Stadtsanierung gehofft und sich in den vergangenen fünf Jahren um Zuschüsse vom Land und von der Stadt bemüht hatte.

„Da es sich jedoch nach Meinung der Ämter um eine rentierliche Maßnahme handelt, werden die Arbeiten der Reeterneuerung nicht finanziell unterstützt“, sagt der Mühlenwirt. In den Förderrichtlinien stehe, dass keine gewerblichen Betriebe mit öffentlichen Fördermitteln unterstützt werden könnten (wir berichteten).

80 000 Euro wird das neue Dach mit Reet aus Rumänien voraussichtlich kosten. Ganz allein muss Volkhard Schlüter diese Kosten aber nicht stemmen. Die Stiftung Schleswig-Holsteinische Landschaft beteiligt sich mit 20 Prozent, aber maximal 20 000 Euro, und auch die Eutiner Bürgergemeinschaft hat ihre Unterstützung mit 8000 Euro zugesagt.

Wann die Wände zum letzten Mal erneuert worden sind, kann Volkhard Schlüter nicht mit Sicherheit sagen. Die Kappe ist allerdings im Jahr 1995 komplett erneuert worden, bei dieser Gelegenheit bekam Moder Grau auch neue Flügel. „Die Kappe wird wohl auch die nächsten 30 Jahre halten“, vermutet Schlüter.

Seit September sind bis zu vier Mitarbeiter der Firma Reetdachdesign Schröder aus Schönkirchen damit beschäftigt, dem unter Denkmalschutz stehendem Gebäude wieder zu alter Schönheit zu verhelfen. „Dabei muss vor allem Rücksicht auf das Wetter genommen werden“, erklärte Volkhard Schlüter, der in der Alten Mühle auch selbst hinter dem Tresen steht und von seiner Lebensgefährtin Ute Friedrichsen seit der Übernahme des Kneipenrestaurants 2009 tatkräftig unterstützt wird.

Bereits der leichteste Regen mache Deckarbeiten unmöglich. Unter dem neuen Reet wird eine atmungsaktive Folie angebracht, die zwar Feuchtigkeit nach außen dringen lassen, aber den Dachstuhl vor witterungsbedingten Einflüssen schützen soll.

Mit dem neuen Mantel für den Mühlenturm ist der Sanierungsbedarf an der 1850 erbauten Mühle allerdings nicht erfüllt: „An der Holzgalerie muss auch einiges passieren“, sagt Schlüter mit einem sorgenvollen Blick nach oben.

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