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Für Flüchtlinge: Eutinerin verkauft Fruchtaufstrich

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Einnahmen werden gespendet: 170 Gläser verkauft Tanja Müller auf dem Wochenmarkt vor dem Rathaus

shz.de von
erstellt am 16.Sep.2015 | 13:47 Uhr

„Farbe bekennen“ – so hieß der Titel des Gemeindebriefes Anfang des Jahres, der Tanja Müller berührt hat. Auch sie wollte Farbe bekennen, sich nach ihrer schweren Erkrankung eine sinnvolle Aufgabe suchen, Menschen helfen.

Dieser Entschluss führte sie zu „Café Global“, einem Treff für Deutsche und Flüchtlinge für den lockeren Austausch im Gemeindehaus der Michaeliskirche. Zufällig hörte sie vom Spieleabend immer sonntags. „Ich fragte und half und war plötzlich mitten dabei“, sagte Tanja Müller. Im Sommer lernt sie dort „ihre Jungs“ kennen, junge Syrer aus dem Lindenbruchredder. Tanja Müller wird ihre Patin, hilft bei Arztbesuchen, Behördengängen und besorgt sogar mit ihnen einen Kühlschrank. „Wenn ich etwas mache, dann mache ich das zu hundert Prozent“, sagt Müller. In einer Anzeige rief sie deshalb die „lieben Mitmenschen“ zur Spende von Hausrat, Geschirr und Bettwäsche auf, da sie sah, an was es mangelte. „Ich war von der Hilfsbereitschaft völlig überwältigt.“ Ihre Kellerräume stehen seitdem als Lager voll, wöchentlich erfüllt sie daraus Wünsche der Flüchtlinge, die an sie herangetragen werden – ob aus Malente oder dem Lindenbruchredder. „Es ist kein leichter Job, aber die Dankbarkeit, die einem entgegenschlägt, ist ein wunderbares Geschenk“, sagt Tanja Müller.

Und sie macht weiter: Mehr als 170 Gläser von verschiedensten Fruchtaufstrichen hat sie bei sich Zuhause zusammen mit Freundin Gerlinde zubereitet. Immer mit dem Ziel, den Erlös für etwas Sinnvolles für die Flüchtlinge zu spenden. An diesem Sonnabend, 19. September, verkauft sie zusammen mit Helfern von 8 bis 13 Uhr die süße Ware direkt vor dem Rathaus. „Ihre Jungs“ helfen ihr dabei, verteilen Kostproben an Marktbesucher. „Ohne Hilfe geht nichts und ich werde großartig unterstützt.“ Der Weingeist sponsert Prosecco, Klausberger Brote für die Kostproben des Aufstrichs. Familie und Freunde helfen. Die Einnahmen sollen zu hundert Prozent den Flüchtlingen zu Gute kommen. Ursprünglich wollte sie davon ein Badehaus am Lindenbruchredder bauen. Nach Gesprächen mit der Stadt fiel der Entschluss auf Dinge für die Freizeitgestaltung wie Tischtennisplatten und ähnliches. Auch Lehrbücher der Ehrenamtler sollen gekauft werden, „denn die zahlen die Lehrmittel bisher meistens aus eigener Tasche“. „Was wir alleine nicht schaffen, das schaffen wir dann zusammen“ – dieses Lied von
Xavier Naidoo ist zu ihrer Lebensphilosophie geworden.

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