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Ostholsteiner Anzeiger

21. August 2017 | 18:14 Uhr

Eutin : Für das Klima: Bäume im Stresstest

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

20 nicht heimische Baumarten werden derzeit auf ihre Stadtverträglichkeit getestet. Auch Eutin pflanzt mit– nicht nur für LGS

Heiße trockene Sommer und feuchte lange Winter – Bäume haben Stress, sich den Veränderungen des Klimawandels anzupassen. Wie viel Stress ein Baum vertragen kann, wird deshalb derzeit an fünf Standorten mit der Pflanzung sogenannter Klimabäume untersucht und langfristig bis 2021 erforscht. Auch Eutin will herausfinden, wie gut sich 20 der insgesamt 48 untersuchten nicht heimischen Arten im städtischen Raum eignen und pflanzt deshalb im Süduferpark 39 Klimabäume.

„Wir haben uns bewusst für den Abschluss des Geländes zur offenen Landschaft als Pflanzfläche entschieden“, erklärt Christian Kamer, zuständig für bleibende Pflanzungen über die Landesgartenschau hinaus. „Hier haben wir das größte Pflanzareal im ganzen LGS-Gebiet.“ Denn neben Amber, Ginkgo (als einzigem Nadelgehölz), Eisenholzbaum und Magnolie als Klimahain sollen alte Obstsorten den Eingangsbereich und späteren Wohnmobilstellplatz zum Jungfernort hin begrenzen.

Das Projekt wird von der Landwirtschaftskammer unterstützt und vom Bund deutscher Baumschulen mit rund 2500 Euro gefördert. „Der Rest wird als Daueranlagenprojekte über Fördermittel und von der Stadt finanziert“, sagt Kamer. Je nach Baumart schwanke der Preis zwischen 160 Euro für eine Linde und rund 400 Euro für ein Ginkgo, wie André Strube vom Garten- und Landschaftsbau Westphal – der pflanzenden Firma – erklärt.

Die Bäume sind zwischen vier und fünf Meter hoch und zwischen 15 und 20 Jahre alt. Strube und seine Kollegen sind die nächsten drei Jahre mit deren Pflege betraut – vom Gießen bis zum Düngen und der sogenannten „erziehen“, damit sich die Kronen gut entwickeln. „Die Pflanzung jetzt ist deshalb wichtig, damit sich die Bäume vom sogenannten ‚Pflanzschock‘ erholen können bis zum nächsten Frühjahr“, sagt Kamer. Der Amber wird neben dem Süduferpark auch an der neuen Stadtbucht ab Herbst zu sehen sein, vorher seien dort aufgrund der Bauarbeiten keine Pflanzungen sinnvoll.

Kamer: „Einige Bäume die wir hier pflanzen, haben sich an anderen Versuchsstandorten in Bayern bereits seit 2011 bewährt, wo sie neben dem Untersuchungsfeldern auch schon in der Stadt angepflanzt wurden.“ So Beispielsweise in drei bayrischen Städten ausgehend vom Studienort in Veitshöchheim. Auch Berlin, Quedlinburg und Ellerhoop beteiligen sich an der Studie. Kamer: „Das Untersuchungsgebiet in Ellerhoop befindet sich direkt am Standort der Landwirtschaftskammer, wo die Mitarbeiter von den Wuchsformen, dem passenden Blattaustrieb bis zu eventuellen Schäden alles genauestens untersuchen.“ Erste Erkenntnisse soll es 2021 geben. Doch ohne mutige Städte, die einfach probieren, wird es nicht gehen, brauchen die Baumschulen doch mindestens 15-20 Jahre Vorlauf, um einen Hochstamm für den Verkehrsraum heranzuziehen, wie Kamer betont.

 

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erstellt am 17.Apr.2015 | 04:30 Uhr

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