Für bessere Radwege in Plön

In Arbeitsgruppen kamen die Teilnehmer Brennpunkten auf die Spur. Marion Heine bemängelte die Parksituation im Bereich Seestraße/Prinzenstraße/Berufsbildungszentrum, hier mit Hauptkommissar Jens Heerwagen, Stefan Luft, Umweltbeauftragtem Achim Kuhnt und Lehrer Manfred Rose.
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In Arbeitsgruppen kamen die Teilnehmer Brennpunkten auf die Spur. Marion Heine bemängelte die Parksituation im Bereich Seestraße/Prinzenstraße/Berufsbildungszentrum, hier mit Hauptkommissar Jens Heerwagen, Stefan Luft, Umweltbeauftragtem Achim Kuhnt und Lehrer Manfred Rose.

70 Einwohner kamen zum Bürgerforum in die Schiffsthal-Aula, um ihre Stadt fahrradfreundlicher zu machen

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01. Februar 2018, 12:10 Uhr

Wo gibt es Konfliktpunkte, welche Wünsche haben Radler an die Stadt? Unter dem Motto „Plön fährt Rad – Auf dem Weg zu einem fahrradfreundlichen Plön“ näherten sich am Mittwoch in einem Bürgerforum Verwaltung, Experten und rund 70 Einwohner dem Thema in Arbeitsgruppen. Ziel ist es nach den Worten von Bürgermeister Lars Winter, mit einem Radverkehrskonzept Plön verkehrs- und radtechnisch sicherer zu machen und eine bessere Fahrradstadt zu entwickeln.

Auf Grundlage einer Bestandsaufnahme zu Stärken und Schwächen im Stadtbild von Stefan Luft (Urbanus Lübeck) und Edzard Hildebrandt (PGV Dargel Hildebrandt Hannover) sammelte der städtische Radverkehrsbeauftragte Wolfgang Homeyer die Ergebnisse. Luft diagnostizierte „starke Brüche in der Radverkehrsführung“, fehlende oder unübersichtliche Führungswechsel, keine Barrierefreiheit und Problemschwerpunkte sowie eine deutliche Dominanz der Kraftfahrzeuge im Zentrum und im gesamten Verlauf von B 76 (Schwerpunkt Rautenbergstraße/Fegetasche) und B 430 (Schwerpunkte Hamburger Straße/Schlossgebiet, Ascheberger Straße, Behler Weg).

Defizite sah er in den Bereichen Fahrradparken, Wegweisung und Außendarstellung. Hildebrandt hob als Konfliktpunkte die schmale Bahnunterführung zwischen Bahnhofstraße und Eutiner Straße, den Bereich Lütjenburger Straße beim Aldi-Markt und Querungsstellen wie am Behler Weg/B 430 hervor: „In richtiger Richtung zu fahren vermeidet Durcheinander.“

Jeder Teilnehmer bekam Gelegenheit, auf einem Mängelplan in rot drei „Knackpunkte“ zu markieren. „Wenn man aus dem Behler Weg auf die Lütjenburger Straße kommt, fahren viele auf der falschen Seite. Das müsste klarer geregelt sein“, wünschten sich Gesa Kunst-Görg und Valentin Görg. Ähnlich sei es an der Kreuzung Rautenbergstraße/ Schillener Straße. Als konfliktreich bewerten beide auch den von Radlern und Fußgängern gleichermaßen genutzten Strandweg und den Radweg Richtung Koppelsberg

Joachim Obry markierte die Kreuzung Stadtheide/ B 76 und die widersprüchliche Beschilderung und „Mehrfachkreuzung“ von Radlern und Fußgängern an der Kreuzung Bullenwarder/Stadtgrabenstraße. Dass Radler sich offenbar an der B 76 regelrecht „gezwungen“ sehen, in falscher Richtung zu fahren, um beim Abbiegen eine Querung zu vermeiden, und dadurch immer wieder Gefahrensituationen entstehen, war einer der Brennpunkte in der Versammlung.

Abhilfe ließe sich durch bessere Beschilderung und Radwege in beiden Richtungen schaffen, so die Anregung. Die meisten Unfälle passierten zwischen Sandkaten und Eutiner Straße, weil Radler, die aus dem Wohngebiet kommen, übersehen werden, berichtete Hauptkommissar Jens Heerwagen, Experte für Verkehrsprävention und Sicherheitsarbeit der Plöner Polizei. Er wünschte sich auch die Öffnung von Einbahnstraßen für Radler.

Marion Heine bemängelte die Parksituation im Bereich Seestraße/Prinzenstraße/Berufsbildungszentrum. Lehrer Manfred Rose kritisierte die von „Elterntaxis“ zugeparkten Bereiche vor Schulen und forderte Fahrradschutzstreifen sowie an der B76 einen Radweg in beiden Richtungen: „Radler interessieren sich nicht dafür, ob sie auf der richtigen Seite fahren, sondern wollen die B 76 nicht überqueren.“

Der Umweltbeauftragte Achim Kuhnt regte an, die „wichtige Achse“ Fußgängerzone für Radler zu öffnen. „Als Plöner bahnt man sich seinen Weg. Wir haben zwei Jahre ,rumgehühnert‘ und hoffen, dass sich jetzt etwas tut“, brachte es Sabine Kauf (Grüne) angesichts der Situation in der Lütjenburger Straße als Schulweg, Radweg, Autostraße, Fußgängerüberweg und Zufahrt zum Discounter auf den Punkt. Kauf wirkt in einem Arbeitskreis von Kommunalpolitikern, der nach Lösungen für ein Radverkehrskonzept sucht. Bessere überdachte Abstellmöglichkeiten, einheitliche Beschilderung, Bed- & Bike-Angebote lauteten weitere Anregungen.

30 000 Euro stehen in 2018 für ein Konzept und erste Maßnahmen zur Verfügung. Die Ergebnisse werden als Dokumentation an die rund 70 Teilnehmer verschickt und im Netz veröffentlicht unter www.ploen.de.

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