Fünf Filter fürs Regenwasser

In Kasseedorf führt die Landesstraße 57 über die Schwentine. Nördlich und südlich sollen zwei neue Einleitstellen für eine Reingung des Oberflächenwassers sorgen, fünf zusammen werden 150.000 Euro kosten.
In Kasseedorf führt die Landesstraße 57 über die Schwentine. Nördlich und südlich sollen zwei neue Einleitstellen für eine Reingung des Oberflächenwassers sorgen, fünf zusammen werden 150.000 Euro kosten.

Kasseedorf muss 150.000 Euro zusätzlich für Oberflächenentwässerung ausgeben / Betriebskosten ohne Landesbeteiligung

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21. September 2020, 08:53 Uhr

Kasseedorf | Im Rahmen der ab Januar geplanten Sanierung der rund 800 Meter langen Ortsdurchfahrt der Landesstraße 57 durch Kasseedorf lässt die Gemeinde gleichzeitig die maroden Entwässerungsleitungen ersetzen. Bislang gingen die Gemeindevertreter bei einer Kostenbeteiligung von 131.700 Euro von einem Schnäppchen aus, auch wenn es die Finanzen stark belastet. Die jüngste Sitzung des Bauausschusses offenbarte nun versteckte Kosten hinter dem günstigen Angebot.

Die Untere Wasserbehörde (UWB) verlangt den Bau von fünf neuen Einleitstellen in die Schwentine mit ausgeklügelter Filtertechnik. Die Kosten veranschlagt die Verwaltung auf 150.000 Euro netto. Hinzu kommen laufende Aufwendungen für Filterwechsel, die alle zwölf bis 18 Monate erfolgen müssen. Der Landesbetriebes Straßenbau und Verkehr (LBV) will sich weder am Bau, noch an den Betriebskosten beteiligen.

Durch die Verlegung der Leitungen in die Straßenmitte gilt die Baumaßnahme als Neubau. Damit verfallen bestehende Genehmigungen zur Einleitung des Regenwassers aus den zurzeit unter dem Fußweg liegenden Rohren in die Schwentine.

Aufgrund des Schutzstatus’ des Gewässers müssten nun moderne Filtersysteme eingebaut werden, die auch Schwermetalle zurückhielten, begründete Bauamtsmitarbeiter Peter Strawe den Ausschussmitgliedern die hohen Kosten von rund 30.000 Euro pro Einleitstelle: „Ohne diese Bauwerke erhalten wir keine wasserrechtliche Genehmigung zur Einleitung.“

Die relativ hohe Zahl von fünf Einleitstellen ergebe sich aus der Topografie Kasseedorfs. Die L57 führe in Wellen durch das Dorf. „Wasser fließt eben nicht bergauf, und pumpen macht auch keinen Sinn“, zerstreute Strawe die Hoffnung, die Zahl zu reduzieren. Es seien bereits zwei Einleitpunkt gespart worden, dennoch müssten alleine zwischen den Einmündungen Voßberg und Wührenweg drei Einleitstellen geplant werden, weil die Schwentine und eine Durchleitung aus Feldsteinen nicht überwunden werden könnten.

Strawe hatte jedoch auch gute Nachrichten. Für die Errichtung der Bauwerke mit bis zu drei Schächten müssten keine Grundstücke erworben werden. Sie entstünden auch alle neben der Straße, so dass die neue Fahrbahn nicht erneut aufgerissen werden müsse. Denn, so die zweite gute Nachricht, die UWB gestatte die provisorische Einleitung aus den neuen Abwasserleitungen. „Wenn wir diese Genehmigung nicht erhalten hätten, wäre die Erneuerung im Zuge der Sanierung der L57 hinfällig gewesen“, machte Strawe den Vorteil dieser Ausnahmegenehmigung deutlich.

Mit Unverständnis reagierten die Ausschussmitglieder auf die fehlende Bereitschaft des LBV zur Kostenbeteiligung. Es seien weder Zuschuss für den Bau der Einleitstellen, noch für den regelmäßigen Austausch der Filter zu erwarten.

„Es gibt keine Gesprächsbereitschaft seitens des LBV“, sagte Bürgermeisterin Regina Voß. Für den LBV sei die Meterpauschale für die Erneuerung des Leitungsnetzes das Maximum, auch wenn das Regenwasser der Straße in die Schwentine eingeleitet werde.

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