Plöner Gildefest : Frühstück ohne Stephanie

Trockenen Fußes marschierte die Schützengilde gestern durch die Plöner Innenstadt. Fotos: Resthöft
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Trockenen Fußes marschierte die Schützengilde gestern durch die Plöner Innenstadt. Fotos: Resthöft

Die Plöner Schützengilde musste bei ihrem Bürgervogelschießen auf Regen und die Landrätin verzichten.

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14. Juli 2011, 09:03 Uhr

Plön | Der Wettergott meinte es gut mit den Mitgliedern der Plöner Schützengilde - trotz des angekündigten Unwetters kamen sie trockenen Fußes vom Rathaus in die Gildehalle auf dem Düvelsbrook. Allerdings hatte sich der Wettergott nicht mit Gildepastor Friedrich Wackernagel abgesprochen, der in seinem Segen dann auch auf die unangenehmen Folgen des (ausgebliebenen) Regens einging.

So glücklich die Gildebrüder über das Fernbleiben des Regens waren, so enttäuscht zeigten sie sich über die Abwesenheit der neuen Landrätin Stephanie Ladwig. Diese konnte wegen einer Sitzung der Fördesparkasse nicht am Gildefrühstück teilnehmen. Stattdessen war ihr Stellvertreter Heinrich Övermöhle gekommen, der den Plönern ihre Enttäuschung von den Gesichtern ablas. "Wie ich sehe hatten Sie alle auf ein Frühstück mit Stephanie gehofft", spielte er auf eine beliebte Radiosendung an. Dennoch schlug Övermöhle, selbst Mitglied der Lütjenburger Schützen-Totengilde, sich wacker bei seiner Rede. Denn: "Kneifen gilt nicht", und so hatte er sich für seine Worte für das klassische Versmaß entschieden. "Traditionen zu wahren und neues zu wagen gelingt der Gilde seit vielen Jahren", so Övermöhle. Das sehe man besonders an dem traditionellen Toast auf die Heimat.

Diesen Toast hielt erstmals der neue 2. Ältermann Stefan Meyer, der im vergangenen Jahr noch als Stefan I. über die Gilde herrschte. Applaus erntete der Ältermann dafür, dass er seine "Jungfernrede" auf Plattdeutsch hielt. Heimat, das sei Geborgenheit und Sicherheit, erklärte Meyer. Aber ein richtiges Heimatgefühl entwickele sich erst über die Generationen hinweg. Und es bedürfe immer wieder verschiedener Anlaufstellen, um dieses über Generationen erarbeitet Gefühl zu erhalten. "Deshalb brauchen wir unser Heimatmuseum!", forderte Meyer und erntete dafür laute Zustimmung der Gildebrüder. Der Wert des Heimatmuseums sei mit Geld nicht aufzuwiegen, fügte er hinzu.

Das Grußwort der Stadt Plön überbrachte in diesem Jahr Bürgervorsteher Hans-Jürgen Kreuzburg. Er und Bürgermeister Jens Paustian wechselten sich jedes Jahr ab, erklärte Kreuzburg. Ihm sei zu Ohren gekommen, dass seiner Rede vor zwei Jahren, bei der es um die politische Farbenlehre ging, nicht alle hätten folgen können. Für dieses Jahr nun habe er sich für das Thema "Hinweis zum Leben in der Gemeinschaft" entschieden, so der Bürgervorsteher. Und dieses Thema lasse sich sowohl auf junge Gildebrüder als auch auf hauptamtliche Politiker beziehen. "Ist man neu in einer Gruppe, droht Gefahr", so Kreuzburg. Aber die Erfahrung zeige, wie man sich verhalten solle. "Hier ist die Gilde, wo sich alle respektieren", schloss er.

Vielleicht ist das der Grund, weshalb der 1. Ältermann Heinz Langfeld insgesamt sieben Gildebrüder für ihre lange Mitgliedschaft auszeichnen konnte. Gerhard Seefluth, Ulf Demmin, Karl Winter, Friedrich Wackernagel und Jürgen Jahn sind seit 25 Jahren in der Plöner Schützengilde. Bei Herbert Krause sind es sogar schon 40 Jahre. Und Otto Haack bekam für seine 60 Mitgliedsjahre nicht nur einen Präsentkorb und einen Zinnbecher, sondern auch stehenden Applaus der Anwesenden. "Mit Otto Haack ehren wir nicht nur unseren dienst- sondern auch lebensältesten Gildebruder", so Langfeldt. Außerdem habe Haack in den vergangenen 60 Jahren 52 Mal das (fast) wichtigste Utensil der Schützengilde bemalt - den "Papagoy".

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