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Ostholsteiner Anzeiger

12. Dezember 2017 | 02:29 Uhr

Frühlingsboten im Schlosspark

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Das LGS-Gelände nimmt Formen an / Insgesamt 22 000 Frühjahrsblumen finden aktuell ihren Platz auf dem „Pleasureground“

shz.de von
erstellt am 07.Apr.2016 | 03:34 Uhr

Wie aus einem englischen Landschaftsgarten ein barocker Garten wird, kann man derzeit im Schlosspark miterleben. Denn die bisher weiten, freien Rasenflächen durchzieht nun ein sich durch den Park schlängelnder Streifen mit weiß-gelbem Wechselflor. Insgesamt 22  000 Frühjahrsblumen – darunter Stiefmütterchen, Hornveilchen, Tausendschönchen und Goldlack – finden dieser Tage ihren Platz auf dem Gelände der LGS. Dafür verantwortlich zeichnet sich die Hannoveraner Landschaftsarchitektin Petra Pelz: „Wir pflanzen ein modern interpretiertes Barockband. Die Farbflächen sind weiß, orange und gelb, für Höhenakzente sorgen dann weiße, gelbe und orange Tulpen.“

Doch das Wechselflor-Band trägt seinen Namen nicht ohne Grund: Zu Pfingsten haben die Frühjahrsblumen ausgedient und weichen den Sommerblumen. Denn für die warme Jahreszeit hat Petra Pelz auch schon einen Plan für die 900 Quadratmeter Blumenbeet: „Dann wird der Frühjahrsflor verwandelt in einen bunten Bauerngarten mit Kohl, Mangold, Sonnenhut, Prachtkerze, Fenchel oder auch Rizinus.“ Die Idee hinter den üppigen Blumen sowie der Gemüse- und Kräuterbepflanzung: „Eine Verbindung von Schönem und Nützlichem zu schaffen“, erklärt die Landschaftsarchitektin. Hilfe bekam die Hannoveranerin unter anderem von der Lübecker Landschaftsarchitektin Ingrid Gock.

Mit bewusst angelegten Durchbrüchen im Beetstreifen sollen die Besucher der LGS die Möglichkeit erhalten, zwischen den Blumen zu lustwandeln und den Anblick von Veilchen, Gänseblümchen und Co. aus nächster Nähe zu genießen. „Und“, ergänzt Petra Pelz, „viele Menschen fotografieren sich auch immer gern direkt vor den Blumen. Das können sie hier ohne Weiteres.“ Allein die Staunässe im Boden war ein Problem, das es zunächst mittels einer Drainageschicht zu lösen galt. „Außerdem sind die Beete höher aufgeschichtet“, sagt Pelz, „jetzt haben sie eine schöne dreidimensionale Form.“

Auch Stephanie Bolz, LGS-Projektleiterin für Ausstellungen, erfreut sich am Anblick der farbigen Beete: „Steht man auf der kleinen Brücke auf der Südseite mit Blick auf das Schloss, die Sonne dahinter und der Wechselflor davor – das ist ein Traum.“ Das Wechselflor-Band soll den Besuchern der LGS als Blickfang dienen. „Wenn die Besucher einen Rundgang über das Gelände machen, werden sie von Farbe und Blüten begleitet“, erläutert Petra Pelz.

Die Blumen stammen von drei regionalen Anbietern: dem Buchwald Pflanzencenter aus Krummsee, dem Gartenbaubetrieb Kistenmacher aus Stakendorf und dem Blumen- und Pflanzenmarkt Rahlf aus Schürsdorf. Innerhalb der kommenden Woche werde die Garten- und Landschaftsbau-Firma Stohn und Henningsen die Gestaltung des Wechselflors auf dem zukünftigen Gelände der LGS beendet haben, kündigte Stephanie Bolz an.

Neben dem „Pleasureground“ können die Gäste vom 23. April bis 3. Oktober außerdem weitere Wechselflorbereiche an unterschiedlichen Standorten erleben. Dazu gehören etwa die Flower-Power-Trabanten im Tempelgarten mit Sitz- und Liegemöglichkeiten, der „Postillon d’amour“ mit blauer und gelber Ansaat oder auch eine am Thema Maskenball ausgerichtete – entsprechend farbige – Bepflanzung zwischen Marstall und Schlosseingang. „Jeder Ort hat eine eigene Idee“, fasst Petra Pelz zusammen.

Der Wechselflor ist jedoch keine langfristige Veränderung in der Optik des Schlossgartens. Nach der Landesgartenschau wird die als Pleasureground genutzte Fläche aufgrund denkmalschutzrechtlicher Auflagen wieder in ihren ursprünglichen Zustand versetzt. Immerhin handle es sich, erklärt Stephanie Bolz, bei der Rasenfläche um einen englischen Landschaftsgarten mit freien Sichtachsen. Die geometrische, die freie Fläche durchbrechende Form des Wechselflors entspreche eher der barocken Gartenstruktur. „Darum werden wir die Fläche nach der LGS wieder in ihren Originalzustand versetzen“, sagt Stephanie Bolz. 2017 werde man davon nichts mehr erahnen können.

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