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Erinnerungen : „Früher war Weihnachten festlicher“

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Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Fünf Bewohner des DRK-Altenheimes Waldstraße berichten über ihre Kindheitserinnerungen und ziehen Parallelen zu heute

shz.de von
erstellt am 13.Dez.2013 | 00:31 Uhr

Weihnachten in Kindesjahren – daran erinnert sich jeder gerne zurück. Die Bilder vom ersten Geschenk, dem geschmückten Tannenbaum oder dem gemeinsamen Festessen mit der Familie verblassen auch im hohen Alter nicht. Dies bewiesen gestern die Bewohner des DRK-Altenheimes Waldstraße. Auf Initiative von Einrichtungsleiter Werner Ochmann und Gudrun Kruse hatte sich ein Teil von ihnen zum Frühstück verabredet, um gemeinsam über die schönsten Weihnachtserlebnisse und die Unterschiede zum heutigen Fest zu sprechen.

„Früher war Weihnachten viel festlicher. Man war mehr mit der eigenen Familie zusammen“, erinnert sich Grete Carstensen (94). Bestätigen kann das Hildegard Ponath (91), die der besonders große Gemeinschaftssinn am Heiligabend im Gedächtnis geblieben ist. „Nach dem Essen sind die Familien zusammengekommen, haben Spiele gespielt und Musik gemacht. Man war froh, dass man alle zusammen hatte.“ Geschenke habe es hingegen nur sehr selten und in kleinem Maße gegeben.

Eine große Rolle spielte stets der Weihnachtsbaum, jedoch mit einem kleinen Unterschied zur heutigen Tradition. „Früher war es Usus, dass man den Weihnachtsbaum selbst geschlagen hat. Als Vierjähriger soll ich sogar einmal den aufgestellten Baum mit einem Krückstock demoliert haben“, schmunzelt Heinz Rätzke (92). Ihm ist besonders der traditionelle Gänsebraten an Heiligabend in Erinnerung geblieben. „Die Gänse haben auf unserem Hof gelebt. Weihnachten kamen sie dann bei uns auf den Tisch.“

Einige Jahre später habe er Weihnachten in kanadischer Kriegsgefangenschaft verbringen müssen. Die Kanadier erwiesen jedoch sich als milde und gaben ihren Gefangenen am zweiten Weihnachtstag frei. „Obwohl dieser Tag in Kanada eigentlich kein Feiertag ist“, sagt Rätzke. Noch heute ist er seinen Bewachern hierfür dankbar.

Der Besuch in der Kirche, darin sind sich die Bewohner einig, war damals nur selten ein Thema. Der Hauptgrund hierfür: Der oftmals beschwerliche Weg, „Die nächste Kirche war fünf Kilometer von meinem Heimatort Zarnekow entfernt. Durch den dunklen Wald traute man sich in der Nacht nicht zu gehen“, erklärt Rätzke. Lichterketten an den Häusern und Weihnachtsmärkte in der Stadt gab es ebenfalls nicht.

 

 

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