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Ostholsteiner Anzeiger

21. Oktober 2017 | 08:46 Uhr

„Früher Lehrer, jetzt Schulleiter“

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Erich Faehling, neuer Propst des Kirchenkreises, hat sich viel vorgenommen

shz.de von
erstellt am 14.Nov.2014 | 13:26 Uhr

„Eine ganze Menge Raum lassen zum Kennenlernen“ hat er sich vorgenommen, der neue Propst der Propstei Plön. Am 28. Juni hatten die Synodalen des Kirchenkreises Plön-Segeberg Pastor Erich Faehling zum Nachfolger von Matthias Petersen in das Amt des Propsten gewählt.

Vor nun knapp vier Wochen ist Faehling in das Amtszimmer im Haus der Diakonie in Preetz eingezogen. Den ersten offiziellen Arbeitstag – einen Samstag, dazu noch ohne Termine – nutzt er zur Einstimmung. Dazu gehört auch schon mal das Hängen von drei Bildern, die ihm lieb und teuer sind. Da ist das Foto des von einer gewaltigen Welle umtosten Leuchtturms des Fotografen Jean Guichard und – ein Bild von Luther. Dazu gesellt sich ein barockes Gnadenbild von Maria der Knotenlöserin. Ihr mütterlich behutsames „Auftütern“ von Knoten berührt und dient als Vorbild für die Aufgaben in leitender Position.

Geboren wurde Erich Faehling in Böel bei Süderbrarup. Aufgewachsen ist der 54-Jährige als Pfarrerssohn in Lägerdorf bei Itzehoe. Wie selbstverständlich sei er Pastor geworden, erzählt Faehling seinem Gegenüber. Erinnert en passant daran, dass damals die Kirche die „Deutungshoheit“ inne hatte, während heute die Räume für einen Dialog weiter und vielfältiger geworden seien. An der Relevanz von Kirche lässt er keinen Zweifel. Kirche sei nach wie vor eine feste Größe im öffentlichen Bewusstsein. Aber, fasst er das Dilemma kurz und knapp zusammen, „manchmal kommt man schwer zusammen“.

Was bewegt die Menschen, welche Fragen haben sie? Wo stehen sie in ihrem Leben, und was brauchen sie? Das möchte er wissen – auch weiterhin und erst recht im neuen Amt. „Vorher war ich Lehrer, jetzt bin ich Schulleiter.“ Mit diesem Vergleich hebt er sein Gegenüber einfach ins Bild. Sich in der Propstei Plön ganz praktisch auf den Weg in die Dörfer machen, mit Gemeindevertretern, Bürgermeistern und Feuerwehren sprechen, ihnen zuhören, sie kennenlernen. Das hat er sich vorgenommen. Zusätzlich ist er Ansprechpartner für Pastoren in den Kirchengemeinden der Propstei Plön, der ökumenischen Arbeitsstelle, Urlauberseelsorge, Klinik- und Notfallseelsorge und für die Mitarbeiter im Diakonischen Werk. „Ich bin gerne ansprechbar“, gesteht er schmunzelnd. Und ist es immer gewesen.

Auf die Ordination im Mai 1988 folgt für Faehling – nach einer sieben Monate langen Vakanzvertretung in Lagos/ Nigeria – im Jahr darauf die Pfarrstelle in Bokhorst bei Neumünster. 25 Jahre bleibt er der Dorfgemeinde als Pastor treu, ist ihr vertrauens-voller Ansprechpartner, Seelsorger und Tröster.

Ein sich über die Gemeinde hinaus bewegen, Räume kreieren oder finden, wo Kirchenferne anzutreffen sind, versucht er mit den Motorradgottesdiensten. Die Serie der „Gemeinde der Biker“ in der Propstei Plön fortzuschreiben ist jedoch erklärtermaßen nicht seine Absicht.

Der neue Propst wirbt für Diakonisches Handeln und Predigt: „Wenn Kirche im Handeln greifbar wird, hat sie manchmal eine ganz andere Relevanz.“

Der Gottesdienst zur Einführung von Propst Faehling findet statt am 28. November um 18 Uhr in der Stadtkirche zu Preetz. Es schließt sich ein Empfang im Haus der Diakonie an.

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