Sana-Klinik in Eutin : Frühchen-Station zieht wieder um

Die Versorgung der Frühgeborenen  in der Neonatologie soll durch einen Umzug der Station in die Räume der Wochen-Station gesichert werden.
Die Versorgung der Frühgeborenen in der Neonatologie soll durch einen Umzug der Station in die Räume der Wochen-Station gesichert werden.

Die Räume der Frühgeborenen-Intensivstation in der Sana-Klinik sind schon wieder renovierungsbedürftig.

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29. Januar 2018, 15:18 Uhr

Eutin | Da hatte jemand einen guten Riecher: Über Facebook lief am Montag die Meldung, dass die Kinderintensivstation (Neonatologie) der Sana-Klinik Eutin geschlossen worden sei und die Frühgeborenen in provisorischen Räumen auf der Wochenstation betreut würden. Dem Ostholsteiner Anzeiger (OHA) war am Dienstagmorgen noch von der Klinikleitung versichert worden, dass die Neanatologie in ihren Räumen sei. Nachmittags dann die offizielle Ankündigung, dass die Abteilung umziehen werde: Das werde am Montag, 5. Februar, erfolgen.

Die Kinderintensivstation werde tatsächlich in der Wochenstation untergebracht. Grund seien „renovierungsbedürftige Räume der Frühgeborenen-Intensivstation.“ Die war erst im Herbst 2013 wegen eines Wasserschadens geschlossen und nach Sanierung im Frühjahr 2014 wieder eröffnet worden.

Wasserschäden und Schimmelgefahr

Klaus Abel, Geschäftsführer der Sana, erklärte am Dienstag: „Durch den Umzug ist die Versorgung dieser heiklen Patientengruppe bis auf weiteres sichergestellt.“ Die Räume der Neonatologie seien erneut durch Wasserschäden in Mitleidenschaft gezogen worden und müssten daher überprüft und gegebenenfalls renoviert werden.

In den kommenden Tagen würden neue Räume zur Versorgung der Neu- und Frühgeborenen vorbereitet. Abel: „Dabei arbeiten Gynäkologen und Kinderärzte gemeinsam an einer optimalen Lösung. Die Einhaltung der Versorgungsqualitäten als perinatales Zentrum sehen wir nicht gefährdet.“

Wie der OHA aus anderer Quelle erfuhr, hat eine Luftmessung noch keine bedenklichen Werte ergeben. Aber es wächst die Furcht, dass die Luft durch Pilzsporen belastet werden könnte, da sich durch die Wasserschäden im Haus Schimmelpilze bilden. Wegen dieser Gefahr gibt es regelmäßige Messungen.

Vorwurf: Mitarbeiter durften keine Gefahrenanzeigen mehr schreiben

Der bauliche Zustand der Klinik ist ein Problem. Die Klagen der Personalvertretung über eine unzureichende personelle Ausstattung eine andere. Vor wenigen Tagen hatte der Betriebsrat seine Sorge um die Zukunft der Neonatologie formuliert. In der Betriebsratszeitung wurde die Besetzung der Station mit examinierten Pflegekräften kritisiert, die sei so „dünn“, dass über rund sechs Stunden hinweg nur eine examinierte Pflegekraft da sei. Wenn diese zu Einsätzen in den Kreißsaal gerufen werde, müsse sie sich selbst eine Vertretung organisieren. Und entgegen einer Vorgabe der Einigungsstelle sei von der Leitung des Hauses noch keine Regelung für die Vertretung bei Kreißsaal-Einsätzen getroffen worden, sagte der stellvertretende Betriebsratsvorsitzende Stefan Deppe dem OHA.

In der Betriebsratszeitung war außerdem geschildert worden, dass Mitarbeiter gedrängt worden seien, keine Gefahrenanzeigen mehr zu schreiben. Das Fazit des Betriebsrates: Nicht zuletzt wegen einer weiteren Kündigung in dem Bereich bestehe die Gefahr, dass die notwendige personelle Besetzung der Neonatologie nicht mehr sichergestellt werden könne.

Mit Sorge sieht der Betriebsrat auch die Stellenreduzierung bei den Assistenzärzten in der Kinderklinik von 9,5 auf acht Stellen. Etwa die Hälfte der Ärzte seien neu eingestellt worden und noch in der Einarbeitung, sie könnten Frühchen noch nicht allein versorgen: „Zurzeit können Bereitschaftsdienste für den ganzen Monat nur durch den Einsatz von Honorarkräften sichergestellt werden,“ heißt es in dem Infoblatt weiter, und der Betriebsrat äußert offen seine Furcht, dass die neonatologische Versorgung in Eutin gefährdet sei, das es sich um einen „weniger lukrativen Bereich“ des Krankenhauses handele.

Die Geschäftsleitung, vom OHA auch um eine Stellungnahme zu diesen Äußerungen des Betriebsrates gebeten, antwortete: Dazu werde man derzeit keine Stellung nehmen.

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