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Ostholsteiner Anzeiger

19. Oktober 2017 | 14:57 Uhr

Eutin : Frischzellenkur für St. Marien

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Katholische Kirchengemeinde Eutin feiert 125-jähriges Bestehen des Gotteshauses. Umfangreiche Sanierungen kosteten rund 700 000 Euro

shz.de von
erstellt am 18.Okt.2014 | 04:00 Uhr

„Knapp 25 Jahre ist es jetzt her, dass hier das letzte Mal in größerem Umfang renoviert wurde“, sagt Pfarrer Dr. Bernd Wichert bei der Begutachtung der von Grund auf renovierten St. Marien-Kirche in der Plöner Straße. Nach so langer Zeit habe die alte Kirche so eine Aufhübschung aber einfach auch verdient. Alt ist in Bezug auf das Gotteshaus tatsächlich die richtige Beschreibung, immerhin jährt sich dessen Einweihung am 25. Oktober nun schon zum 125. Mal. Zum Jubiläum organisiert die Pfarrgemeinde nicht nur ein umfassendes Veranstaltungsprogramm, sondern präsentiert ihren Mitgliedern auch eine Kirche, der die jüngste Frischzellenkur deutlich anzumerken ist.

Für die Sanierungsmaßnahmen spielten dabei allerdings nicht nur rein optische Überlegungen eine Rolle. „Im Zuge der ersten Umbaumaßnahmen fielen uns leider auch bauliche Mängel an dem Gebäude auf, die wir umgehend beseitigen mussten“, berichtet Bernd Wichert von der Frühphase der Renovierungsarbeiten. So waren unter anderem einige Schäden am Kirchendach diagnostiziert worden, obendrein hatte sich im Giebel ein Hausschwamm eingenistet. Während man die Bauzeit von einem guten halben Jahr trotz der zusätzlichen Belastungen aber weitestgehend einhielt, waren höhere Baukosten nicht zu vermeiden. Knapp 700 000 Euro werden es am Ende sein, von denen die Eutiner Pfarrgemeinde dank der Zuschüsse durch die Erzdiözese allerdings nur die Hälfte zahlt. „Das schaffen wir vor allem über eigene Rücklagen, aber auch die großzügigen Spenden aus dem Kirchenkreis helfen uns sehr weiter“, sagt Dr. Bernd Wichert über die Finanzierung.

Dafür können sich ab jetzt alle Kirchgänger persönlich von den Vorzügen im runderneuerten Gotteshaus überzeugen. Beim Eintritt in St. Marien fällt so als erstes der komplett neu errichtete Mittelgang zum Altar auf, den es hier bisher nicht gab. Zudem schaffen ein hellerer Anstrich und neue Beleuchtungsanlagen nun ein viel freundlicheres Klima im Innenraum. Vor eine besondere Herausforderung wurden die Verantwortlichen indes bei der Überholung der Orgel gestellt. Hier hatte sich ein Schimmelpilz festgesetzt, das Instrument musste so für eine gründliche Reinigung komplett in seine Einzelteile zerlegt werden. „Das war unumgänglich“, erklärt Orgelbauer Christoph Saure. „Bei der kleinsten Verschmutzung eines Klangkörpers wäre ansonsten gleich das gesamte Instrument verstimmt.“ Und so waren er und eine Mitarbeiterin allein drei Wochen mit der Reinigung der rund 1000 Orgelpfeifen beschäftigt.

Auch auf dem Kirchvorplatz hat sich einiges getan. Hier gibt es jetzt unter anderem eine Auffahrt direkt vor die Eingangstür, die zum Beispiel für Brautfahrzeuge genutzt werden kann. Ansonsten stehen vor allem bei der Bepflanzung des Areals noch kleinere Arbeiten aus, die bis zum Jahresende abgeschlossen sein sollen. „Jetzt feiern wir aber erstmal Jubiläum“, freut sich Bernd Wichert am Ende des Rundgangs. Am 25. Oktober um 13 Uhr kommt Weihbischof Norbert Werbs für ein Festhochamt in die St. Marien-Kirche. Die erste Großveranstaltung für das „neue alte Gotteshaus“.

 

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