Süsel-Bujendorf : Frischer Beton für Lkw-Halle

In die späteren Montagegruben der „Küstenwerkstatt“ floss gestern der Beton für die Fußböden.
In die späteren Montagegruben der „Küstenwerkstatt“ floss gestern der Beton für die Fußböden.

Die „Küstenwerkstatt“ in Bujendorf wird wieder aufgebaut. 2,5 Millionen Euro investiert „Kramer Land- und Fahrzeugbau“.

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04. Juli 2019, 16:15 Uhr

Bujendorf | Anderthalb Jahre nach ihrem Brand wird die „Küstenwerkstatt“ von Andreas Stüben in Bujendorf wieder aufgebaut. Am 10. Januar 2018 war die Werkhalle des Betriebs abgebrannt. Inhaber ist der „Kramer Land- und Werkzeug GmbH“.

Oswald Kramer ist Seniorchef der Kramer Land- und Fahrzeug GmbH.
Juliane Kahlke
Oswald Kramer ist Seniorchef der Kramer Land- und Fahrzeug GmbH.
 

Deren Seniorchef Oswald Kramer hat den damaligen Tag als einen seiner dunkelsten in Erinnerung, umso leichter ist ihm heute ums Herz. „Ich bin in Aufbruchsstimmung“, sagt der 80-jährige Firmeninhaber. Gestern lieferte ein Malenter Unternehmen bis zu 40 Tonnen Flüssigbeton zum Gießen des Bodens der Montagegruben. Ist der fest genug, zieht eine Ratekauer Fachfirma im Auftrag eines Hallenbauers aus Kropp die Betonwände der Gruben hoch.

Darüber entsteht wieder eine 1000-Quadratmeter-Halle , sagt der Inhaber. Sie wird mit fünf Gruben und drei weiteren Stellplätzen für Lastwagen, Lastzüge (bis 18 Metern Länge), Busse und Baumaschinen haben.

Ein 2,5-Millionen-Objekt

Das Richtfest hat Oswald Kramer für den Herbst geplant. An dem bedeutenden Tag hat der Bujendorfer Besonderes vor. „Ich will zum Richtfest auf unserer Ausgleichsfläche auf dem Mühlenberg hinter dem Betrieb eine Flatterulme setzen, den Baum des Jahres.“ Dafür habe er an seinem 80. Geburtstag schon mal Geld gesammelt.

Alles in allem rechnet Oswald Kramer mit 2,5 Millionen Euro Baukosten für die Halle und deren Ausstattung. Die Halle selbst veranschlagt er mit 1,5 Millionen Euro kosten. Das Bürogebäude, hinter dem die neue Halle entsteht, ist bereits teilsaniert. Auf einen Architekten hat der Bauherr verzichtet. Sie hätten schon viele Hallen gebaut und mit dem Auftragnehmer ein sehr erfahrenes Unternehmen an der Hand.

Rückblick

Am 10. Januar 2018 hatten rund 100 Feuerwehrkräfte den Brand bekämpft und das Übergreifen der Flammen auf benachbarte Wohnhäuser und den Bürotrakt verhindert. Ursache ist nach Aussage des Inhabers ein zwei Jahre alter Kühlschrank gewesen. Die Kriminalpolizei hatte ermittelt und Brandstiftung ausgeschlossen.

Oswald Kramer empfindet es immer noch als großes Glück, dass die Malenter Firma Schwarz ihnen damals ihre Werkstatt anbot, die der Bujendorfer Betrieb als Zwischenlösung gepachtet hat. Die zehn Mitarbeiter blieben.

Eröffnung für 2020 geplant

Der Geschäftsführer will das 10.000 Quadratmeter große Gelände mit der neuen Halle im Frühjahr 2020 seinem Pächter und Schwiegersohn Andreas Stüben übergeben. Dann werde die „Küstenwerkstatt“ wieder von Bujendorf aus arbeiten, freut sich der Chef eines inzwischen mehr als 70 Jahre bestehenden Betriebs.

Man müsse im Leben Ziele haben, sagt der Bujendorfer Geschäftsmann, den ein Tag ohne Aufgaben nicht zufriedenstellen würde. „Im Fernsehen läuft ja auch nichts Gutes.“ Er halte es lieber mit Martin Luther, guckt er verschmitzt. „Ich setze mir mit diesem Neubau ein ganz besonderes Apfelbäumchen“.

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