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Restaurierungsarbeiten : Frische Farbe für die Barockzierde

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Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

In der Schlosskirche werden die Marmorierungen und der Goldanstrich auf den Holzbauteilen erneuert. Die Sanierung steht kurz vorm Abschluss.

Ein lange gehegter Wunsch geht für Dr. Juliane Moser, Geschäftsführerin der Stiftung Schloß Eutin, in Erfüllung. Derzeit werden in der Schlosskirche die Marmorierungen und Goldeinfassungen an der Kanzel, den Säulen sowie an den Emporen und deren Brüstungen saniert.

Seit zwei Wochen sind die Restauratorinnen für Gemälde und gefasste Holzobjekte, Silvia Behle und Melanie Revermann, damit beschäftigt die klassischen Motive aus dem Barock aufzufrischen. Lichteinwirkungen und das Raumklima hätten dazu geführt, dass die Farbgebung abgenutzt sei, erläuterte Behle vom Atelier für Restaurierungen, das Markus Freitag und Dorothée Simmert in Kiel führen.

Für die Arbeiten ist nicht nur ein gutes Auge, sondern auch eine ruhige Hand notwendig. Denn jede kleinste Farbnuance müssen die Restauratorinnen beachten. Dazu mischen sie die verwendeten Harzfarben mit einem matten Oberflächen-Charakter für jede Linie der Marmorierung selbst an und passen die Retuschearbeiten mit feinsten Pinseln dem Ist-Zustand an. „Das ist sehr zeitraubend“, so Behle weiter.

Größere Risse in den Holzobjekten werden nicht bearbeitet. Denn das alte Holz, auf denen die Farbgebungen gezeichnet sind, arbeitet bei wechselnden klimatischen Verhältnissen im Schloss immer noch. Außerdem sei es ein Teil der Zeitgeschichte – immerhin stammt die Eutiner Schlosskirche aus dem 17. Jahrhundert.

Die Grundausstattung stammt aus dem Jahr 1694. Nach dem Schlossbrand im Jahr 1689 wurde unter Fürstbischof Christian-August von Holstein-Gottorf die Schlosskirche zwischen 1705 und 1727 durch den schwedischen Baumeister Rudolf-Matthias Dallin so eingerichtet, wie sie noch heute erhalten ist. „Marmorierungen und Gold auf Holz waren das Hauptdekorationsprinzip im Barock“, erklärt Dr. Moser.

Die Schlosskirche war bereits in den 1950er Jahren und Ende der 1980er Jahre Gegenstand von Sanierungen. Dabei habe es „einen Herzstillstandmoment“ gegeben, so Moser. Ein Handwerker habe mit einer Stichsäge auf dem Boden der Fürstenloge gearbeitet und dabei das über dem Altar befindlichen Deckengemälde beschädigt. Mit der jetzigen Restaurierung werde dieser Schaden nun behoben.

Voraussichtlich Anfang kommender Woche werden die Restaurationsarbeiten abgeschlossen. Die Kosten in Höhe von rund 10 000 Euro werden voll aus dem Fördertopf „Substanzverbessernde Maßnahmen“ des Landes beglichen.



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erstellt am 17.Jan.2014 | 00:34 Uhr

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