Friedenskreis macht Theater

Szenenspiel mit alten Uniformen: Wolfgang Schiller als Rotarmist, Prof. Dr. Helmut Grieser als Wehrmachtssoldat, im Hintergrund (von links) die Friedenskreismitglieder Dr. Peter Bethke, Lutz Tamchina und Andreas Christ.
Szenenspiel mit alten Uniformen: Wolfgang Schiller als Rotarmist, Prof. Dr. Helmut Grieser als Wehrmachtssoldat, im Hintergrund (von links) die Friedenskreismitglieder Dr. Peter Bethke, Lutz Tamchina und Andreas Christ.

Zum 70. Jahrestag des Kriegsendes gibt es am Sonnabend auf dem Markt „Straßentheater“ und Diskussion

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05. Mai 2015, 12:52 Uhr

Mit Straßentheater will der Friedenskreis Eutin zur Diskussion über die Vergangenheit und Zukunft Deutschlands anregen. Zum 70. Jahrestag des Kriegsendes am kommenden Sonnabend (9. Mai) wird es am Rande des Wochenmarktes in der Königstraße jeweils zur vollen Stunde zwischen 10 und 12 Uhr szenische Lesungen geben und über deren Inhalt mit Zuschauern diskutiert werden.

Als Kulisse dient ein Foto, das im Mai 1945 bei Lübeck in einem Kriegsgefangenenlager aufgenommen wurde. Davor sprechen zwei deutsche Soldaten über die Zukunft des Landes, ob sich das besiegte Deutschland auf die Seite der Westmächte oder der Sowjetunion stellen soll? Ein Soldat der Roten Armee kommt hinzu und bringt die Variante der Neutralität ins Gespräch.

Idee und Inhalt dieses Stückes stammen von Prof. Dr. Helmut Grieser (Benz), emeritierter Historiker der Kieler Universität. Er wird gemeinsam mit Wolfgang Schiller (Eutin) und Bernhard Mager (Neumünster) das Stück aufführen. In Dr. Griesers privatem Fundus waren die historischen Uniformen, Schiller wird zum Rotarmisten, Grieser und Mager werden Wehrmachtssoldaten. Die Uniformen der deutschen Soldaten sind, wie Grieser verriet, für den Film „Der Untergang“ originalgetreu geschneidert worden.

Inhaltlich geht es um eine Frage, die tatsächlich zum Kriegsende gestellt und intensiv diskutiert wurde: Wird Deutschland nach dem Ende des Krieges auf einer Seite der Sieger stehen? Oder wird es zwischen den Blöcken neutral, wie es Christen im Nationalkomitee Freies Deutschland befürworteten? Der in dem kurzen Stück unternommene Blick zurück soll, so Prof. Grieser, in erster Linie zeigen, dass Geschichte nicht vorbestimmt ist, sondern alles auch hätte anders kommen können. Mit Marktbesuchern wollen Mitglieder des Friedenskreises vor allem darüber sprechen, ob die Deutschen aus ihrer Geschichte gelernt haben?

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