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„Fremdenfeindlichkeit hat im Sport keinen Platz“

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

shz.de von
erstellt am 06.Nov.2015 | 15:53 Uhr

Die Stühle reichten am Donnerstagabend im Hans-Hansen-Saal im Haus des Sports nicht aus. Es mussten noch Stühle hereingetragen werden, bis alle Interessenten beim Fachforum „Sport mit minderjährigen Flüchtlingen“ Platz fanden. „Das Flüchtlingsthema ist eine der größten Herausforderungen, die ich je erlebt habe“, sagte der Präsident des Landessportverbandes (LSV), Hans-Jakob Tiessen.

Tiessen bekannte sich zum Sport als Integrationsplattform: „Wir lehnen Fremdenfeindlichkeit, Ausgrenzung und Hass ab, das hat im Sport keinen Platz!“ Er sagte, die Belegung von Sporthallen mit Flüchtlingen und Asylsuchenden könne nur eine Notlösung sein. Die Nutzungsdauer müsse zeitlich begrenzt werden: „Wir benötigen für die Integrationssportangebote Orte wie die Sporthallen, vor allem im Winter.“ LSV-Geschäftsführer Thomas Niggemann beleuchtete in einem Impulsvortrag das Thema „Flüchtlinge in Schleswig-Holstein – Maßnahmen des organisierten Sports“. So werde der Versicherungsschutz für Asylbewerber und Flüchtlinge übernommen. Es gebe Qualifizierungsangebote für Übungsleiter in Vereinen und Verbänden und finanzielle Unterstützung. So gebe es einen Pool für konkrete Maßnahmen vor Ort, es stehen 50  000 Euro für das Programm „Sport für alle“ zur Verfügung.

In einer Talkrunde hatten Praktiker das Wort. So berichtete Viktor Burnaschow, pädagogischer Mitarbeiter im Jugendtreff Friedrichsort und Übungsleiter im Projekt „Integration durch Sport“ von seinen Erfahrungen. „Die jungen Menschen powern sich beim Sport aus und kommen in Kontakt mit deutschen Jugendlichen.“ Andrea Dallek ist Mitglied des Flüchtlingsrates Schleswig-Holstein. Sie verdeutlichte: „Ziel muss sein, die jungen Menschen zu integrieren und ihnen aufzuzeigen, welche Möglichkeiten es gibt. Sport kann die Menschen abholen.“ Atila Dragic ist Übungsleiter im Projekt „Integration durch Sport“. Er sagte: „Wichtig ist, dass die Flüchtlinge rauskommen und ihre Ängste überwinden. Über Sport kann man da vieles aufbauen.“

Der Landessportverband bietet den Vereinen Beratung und Unterstützung an. Und im Internet gibt es auf der Website http://www.lsv-sh.de über die Links „Sportthemen“ – „Sport für alle - mit Flüchtlingen“ – „FAQ“ Antworten auf die Fragen, die am häufigsten gestellt werden.

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