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Freiwillige gesucht: Als Mentor die Lust der Kinder am Lesen wecken

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

shz.de von
erstellt am 09.Okt.2017 | 00:50 Uhr

Welch’ geheimnisvolle Welt in Büchern schlummert, können nur die entdecken, die auch hineinschauen. Doch was ist, wenn allein der Gedanke ans Lesen eine Blockade auslöst? Dann können Leselernhelfer spielerisch gemeinsam mit den Kindern Lesen lernen.

„Mentor“ heißt das bundesweite Programm, dass es dank den Ehrenamtlern rund um Hans-Peter Birkner und der Bürgerstiftung Ostholstein seit gut zweieinhalb Jahren in drei Städten des Kreises gibt – auch an der Gustav-Peters-Schule an der Blauen Lehmkuhle in Eutin. „Wir machen keine Nachhilfe und holen keinen Unterricht nach“, sagen die zwei Eutiner Ehrenamtlerinnen Sabine Radtke und Sylvia Hansen. „Uns geht es darum, den Kindern zu zeigen, wie viel Spaß Lesen machen kann und spielerisch den Wortschatz und das Textverständnis zu fördern.“ Über kleine Lernerfolge werde nicht nur die Selbstständigkeit sondern auch das Selbstbewusstsein der Schüler gefördert.

Das Projekt „Mentor – die Leselernhelfer“ startete einst in Oldenburg, danach in Neustadt und im Herbst 2016 schließlich auch in Eutin. „Ohne die finanzielle Unterstützung und der Trägerschaft durch die Bürgerstiftung hätten wir das als Verein nicht leisten können“, sagte Hans-Peter Birkner, der selbst auch in der Bürgerstiftung und bei „Mentor“ aktiv ist. Doch ohne eine Verbindung und engagierte Lehrer an einer Schule ginge es auch nicht. Florian Reimers unterrichtet neben Mathematik, Sport und HSU auch Deutsch an der Grundschule in Eutin und kannte das Programm schon aus seiner Zeit als Lehrer in Lübeck. „Es ist großartig, weil es den Kindern wirklich außerhalb des Unterrichts und ohne Druck hilft. Die Verbesserungen sind spürbar“, sagt Reimers und betont, dass der Stellenwert des Lesens generell nicht unterschätzt werden darf, da es eine wichtige Voraussetzung für die Zukunft ist.

Wie funktioniert „Mentor“? Lehrer empfehlen Kinder für das Programm, wenn sie merken, dass eine außerschulische Unterstützung hilfreich wäre. „Alles passiert in Abstimmung mit den Eltern“, sagen Birkner und Reimers. Das Kind lernt den oder die Ehrenamtlerin kennen und während einer Stunde, die beide untereinander für ein Treffen mit Spiel, Spaß und Buch in der Schule verabreden, wird das Lesenlernen gefördert. „Die Kinder bestimmten, worauf sie Lust haben, egal ob Pferde, Weltall oder ferne Länder, wir suchen die passenden Bücher und Geschichten dazu heraus“, sagt Ehrenamtler Ingolf Jenß. Die Betreuung erfolgt bei Mentor eins zu eins. Deshalb ist es den derzeit elf Ehrenamtlern auch so wichtig, weitere Mitstreiter zu finden, die ähnlich viel Spaß am Lesen und Vorlesen haben. „Der Bedarf ist einfach da und er wäre an den anderen Standorten mit Sicherheit noch größer“, sagt Reimers. Das Programm lief jetzt in Eutin in der dritten und vierten Klasse. Gern würden die Ehrenamtler ihr Angebot auf Fissau und den Standort Kleiner See ausweiten, doch mehr als zwei Kinder pro Ehrenamtler funktioniere selten. „Die Vertrauensbasis ist wichtig und die Chemie muss stimmen“, sind sich die Freiwilligen einig.

Voraussetzungen wie pädagogische Vorbildung gibt es für dieses Ehrenamt nicht, sagt Birkner. Wer Interesse hat, kann sich unter mentor@buerger-stiftung-ostholstein.de oder 04383/9895 bei Hans-Peter Birkner melden oder zum Mentoren-Stammtisch der Freiwilligen am jeweils ersten Montag im Monat (nächster 6. November) ab 16 Uhr in den Markt 17 kommen.

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