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Ostholsteiner Anzeiger

20. November 2017 | 01:38 Uhr

Freiheitstrafe trotz Abwesenheit

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Das Eutiner Amtsgericht erließ einen Strafbefehl gegen einen 35-Jährigen, der für mehrere Autoaufbrüche verantwortlich sein soll

shz.de von
erstellt am 18.Okt.2017 | 13:09 Uhr

Abwesenheit schützt vor Strafe nicht. So lautet die Erkenntnis für einen 35-jährigen Lübecker, der sich gestern vor dem Eutiner Amtsgericht für mehrere Autoaufbrüche hätte verantworten sollen. Amtsrichter Otto Witt verhängte per Strafbefehl eine Gefängnisstrafe.

Als der Angeklagte trotz ordnungsgemäßer Ladung nicht erschienen war, entließ Witt zunächst eine beeindruckende Anzahl von Zeugen. „Wir werden Sie alle nicht hören müssen“, erklärte er. Elf Zeugen waren geladen, acht waren zur geplatzten Verhandlung erschienen. Sie durften sich alle ihre Zeugengeld im Amtsgericht erstatten lassen. Die bestellte Dolmetscherin zog ebenfalls unverrichtete Dinge wieder ab.

Anschließend erließ Witt auf Antrag der Vertreterin der Staatsanwaltschaft einen Strafbefehl. Für einen Teil der Taten stellte er das Verfahren ein, für Aufbrüche in Lübeck, Pansdorf und Haffkrug verhängte er acht Monate Freiheitsstrafe, ausgesetzt auf zwei Jahre zur Bewährung. Die Taten zogen sich über Jahre hin, die älteste datierte vom April 2012.

Möglich wurde der Strafbefehl, weil immerhin der Anwalt des Angeklagten anwesend war und dem Antrag der Staatsanwaltschaft zustimmte. „Dann können wir eine Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr verhängen“, erklärte Witt dem OHA. Sollte der Angeklagte sich mit dem Strafmaß nicht einverstanden erklären, könne er noch Rechtsmittel einlegen. Dann käme es noch zu einer Verhandlung. Für diesen Fall müsste sich der Mann allerdings einen anderen Anwalt suchen. Damit könne er dann nicht mehr zu ihm kommen, kündigte der Jurist an. Sollte der Strafbefehl bestand haben, müsste der Angeklagte auch die Verfahrenskosten wie Zeugengelder tragen.

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