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Eutin : „Freie Wege“ finden keine Zustimmung

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Der Eutiner Hauptausschuss beriet eine Online-Petition, in der eine freie Passierbarkeit des Seeparks während der Landesgartenschau gefordert wird. Eine klare Mehrheit tendiert zum Nein.

Die kompromisslose Forderung „Freie Wege für Bürger und Besucher von Eutin während der Landesgartenschau 2016“, die mittels einer Petition im Internet von 463 Bürgern erhoben worden war, stand Dienstagabend auf der Tagesordnung des Hauptausschusses und beförderte leidenschaftlich vorgetragene Bürgerbeiträge. Eine klare Mehrheit des Ausschusses zeigte angesichts der langen Planungszeit und der zahlreichen Beteiligungsmöglichkeiten für Bürger keine Neigung, der Forderung nach einem öffentlichen Weg während der LGS zwischen Heinrich-Lüth-Weg und Bebensundbrücke zuzustimmen.

Allerdings vermied der Ausschuss ein klares Nein: Auf Antrag der Grünen soll die LGS noch einmal prüfen, ob es technisch moderne Möglichkeiten gebe, Einheimischen einen Weg durch den Seepark zu gestatten, auch wenn sie keine Dauerkarte für die Gartenschau haben. Nur Malte Tech (FWE) unterstützte die Forderung der Petenten.

Der Eutiner Peter Schwarz sieht einen juristischen Hebel, mit dem sich die Forderung nach einer öffentlichen Passierbarkeit des Seeparks durchsetzen ließe: Für die Bauarbeiten und die LGS selbst werde ein öffentlicher Weg gesperrt, ohne dass dazu ein gesetzlich vorgeschriebenes Verfahren vollzogen worden sei. Dem hielt Bauamtsleiter Bernd Rubelt entgegen, dass es sich beim Seepark um eine Grünanlage handele, in der das Straßen- und Wegegesetz nicht gelte.

Dieses Argument ließen Peter Schwarz und auch der Eutiner Stadtvertreter Heinz Lange (FWE) nicht gelten: Jeder Weg, der „öffentlichen Verkehr“ trage und, was mit dem Seglergelände der Fall sei, einer Erschließung diene, unterliege diesem Gesetz, betonte Lange. Schwarz appellierte, die Stadtvertreter sollten diesen Hinweis zum Anlass für eine Umkehr nutzen. Die LGS werde nach seiner eigenen Einschätzung eine großartige Veranstaltung. Da könne die Stadt doch auch die Größe besitzen und den Uferstreifen an der Fissauer Bucht aussparen, damit dort die öffentliche Verbindung zwischen Stadt und Seescharwald erhalten bleibe.

Zur Frage, ob die von
den Stadtwerken gestifteten 1000 Freikarten für die jungen Sportler in Eutin ausreichen, sagte Bürgermeister Klaus-Dieter Schulz, dass die Verteilung dieser Karten über die Sportvereine erfolgen solle. Wenn die Karten nicht reichten, werde man gewiss versuchen, weitere Sponsoren zu gewinnen.

Marion Migula artikulierte ihre Furcht, dass sie beim
Betrieb der Kleingolf-Anlage im Seescharwald in den Ruin getrieben werde. LGS-Geschäftsführer Martin Klehs schilderte, dass man ihr angeboten habe, auf dem Gelände für die Anlage im Seescharwald zu werben – und bei geschätzten 600  000 Besuchern werde das nicht wirkungslos bleiben. Zugleich habe die LGS-Gesellschaft Marion Migula angeboten, nachweisbare Einnahmeausfälle finanziell auszugleichen.

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erstellt am 23.Sep.2015 | 14:39 Uhr

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