Eutin : Freie Wähler in zwei Lager geteilt

Der FWE-Fraktionsvorsitzende Malte Tech (links) hat sich mit dem FWE-Vorsitzenden Olaf Bentke verkracht.
Der FWE-Fraktionsvorsitzende Malte Tech (links) hat sich mit dem FWE-Vorsitzenden Olaf Bentke verkracht.

Malte Tech spricht von „arglistiger Täuschung durch rechtsgerichtete Mitglieder“.

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23. November 2018, 13:14 Uhr

Ein halbes Jahr nach ihrem sensationellen Wahlerfolg am 6. Mai, als sie mit 22,4 Prozent der Stimmen zweitstärkste Fraktion der Stadtvertretung wurde, ist die Freie Wählergemeinschaft Eutin (FWE) in zwei Lager zerbrochen. Der Vorsitzende der Fraktion, Malte Tech, hat gestern überraschend in einer Pressemitteilung von „neuen, rechtsgerichteten Mitgliedern“ gesprochen, die sich durch „arglistiges Täuschen“ Vertrauen erschlichen hätten. Tech greift namentlich die Stadtvertreter Sigrid Jürß und Olaf Bentke an. Bentke ist auch Vorsitzender der FWE Eutin und gehört wie Malte Tech zur Fraktion der Freien Wähler im Kreistag. In einer von den Stadtvertretern Tech, Heinz Lange, Gerd Heiligenstühler und Lothar Sperling unterzeichneten Erklärung werden Jürß und Bentke aufgefordert, die FWE freiwillig zu verlassen.

Beide reagierten auf Nachfrage unserer Zeitung mit einer gemeinsamen, kurzen Erklärung: „Am 3.12.2018 soll ein neuer Fraktionsvorsitzender der FWE gewählt werden, weil es in Teilen der Fraktion große Unzufriedenheit mit der Arbeit und der Führung des derzeitigen Fraktionsvorsitzenden Malte Tech gibt. Aus Angst vor einer möglichen Abwahl stellt Malte Tech offensichtlich unwahre und wirre Behauptungen auf.“

Als „wirre Behauptung“ wird von Techs Kontrahenten vermutlich der Vorwurf gesehen, dass sich Olaf Bentke als AfD-Wähler und Björn-Höcke-Sympathisant offenbart habe. Tech zum OHA: „Dafür habe ich Zeugen.“

In konspirativen Treffen habe ein Teil der Fraktion, die aus acht regulären Stadtvertretern und vier wählbaren Bürger besteht, hinter dem Rücken des Fraktionsvorsitzenden vereinbart, dass Sigrid Jürß in Alice-Weidel-Manier die FWE „feindlich übernehmen“ solle, um dann Olaf Bentke in der Stadtvertretung als 2. stellvertretenden Bürgermeister vorzuschlagen, für das sie selbst nicht die notwendigen Stimmen der Stadtvertretung erhalten habe. Tech wirft Jürß und Bentke außerdem vor, in der Stadtvertretung mit mangelndem Sachverstand zu agieren, eine Beschäftigung mit entsprechen Themen ließen sie nicht erkennen.

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