Kasseedorf : Frauenpower auf dem Schießplatz der Jäger

Astrid Rudat trainierte ihre Treffsicherheit.
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Astrid Rudat trainierte ihre Treffsicherheit.

Spezielles Training im Kasseedorfer Schießsportzentrum mit rund 90 Teilnehmerinnen

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20. Mai 2015, 16:37 Uhr

Die Forderung des Plöner Kreisverbandsvorsitzenden Hans-Werner Blöcker, dass jeder Jäger einmal jährlich die Handhabung seiner Waffe trainieren sollte, ist bei den Frauen in der Jägerschaft schon längst eine Selbstverständlichkeit. Seit sieben Jahren organisiert Monika Schultka ein Frauenpower-Schießen.

Jüngst fand die eintägige Veranstaltung zum zweiten Mal im Schießsportzentrum (SSZ) Kasseedorf statt. Die Auslastung der für einen besseren Tierschutz beim Jagdschießen errichteten Anlage macht den Betreibern Sorgen, weshalb sie bereits Firmen und Vereine zum Gaudi-Ballern animieren. Beim Frauenpower-Schießen hingegen stimmt die Nachfrage: Rund 90 Teilnehmerinnen im Alter zwischen 18 und 70 Jahren waren aus Schleswig-Holstein, Hamburg und Niedersachsen angereist.

„Beim Schießen mit Männern entsteht ein Konkurrenzverhalten, und man steht unter Beobachtung“, sagt Nicole Harder (23) aus dem Kreis Rendsburg-Eckernförde. Sie war das erste Mal dabei und komplett begeistert. Die nette Atmosphäre und kein Leistungsdruck waren für Astrid Rudat (62) aus Mözen bei Bad Segeberg der Grund mitzumachen. Ein zusätzliches Highlight ist die Siegerehrung, bei der jede einen Preis erhält – beispielsweise ein Gewehr, einen Bockabschuss, eine Wochenend-Reise und Jagdartikel.

„„Es ist eine Förderung des Schießwesens auf lockere Art. Ziel ist es, Sicherheit zu bekommen und dadurch noch mehr Freude am Jagdwesen zu haben“, erläuterte Organisatorin Schultka.

Diesmal galt es, die Treffsicherheit auf den laufenden und stehenden Keiler zu beweisen sowie eine gute Reaktionsfähigkeit und das richtige Auge beim Tontaubenschießen zu haben. Und mit einem Revolver, der im Jagdwesen zum Erlösen von verletztem Wild eingesetzt wird, wurde die Zielgenauigkeit auf zehn Meter Distanz bewertet. Aber auch Spaßaktion gehörten zum Programm, so das Treffen eines Hasenbildes aus fünf Meter Distanz mit einem Blasrohr. Bei einer Schätzfrage mussten die Damen die Menge an Munitionskugeln richtig erraten.

Von den 16000 Mitgliedern im Landesjagdverband Schleswig-Holstein seien mittlerweile zehn bis 15 Prozent Damen. „Es gibt keinen Jungjägerkurs mehr, in dem nicht ein bis zwei Frauen teilnehmen“, so Schultka. Männer sind bei „Monikas Schultkas Frauenpower-Schießen“ bisher nur als Standaufsicht beteiligt. „Nur wer von den Herren im Schotten-Kilt erscheint, darf dabei sein“, ist ihre Ansage – doch das habe bisher keiner der Herren gewagt. Ihr Rat: Sollen die Männer doch selbst eine Veranstaltung nach dem Vorbild der Frauen organisieren. von Kerstin Ahrens.

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