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Eutin/Malente: : Frau aus Malente legte Geständnis ab

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

60-Jährige spickte in über 20 Fällen abgepacktes Fleisch mit gefährlichen Nadeln. Sie befindet sich in einem psychischen Krankenhaus.

Fast ein Jahr lang hat eine Frau in Eutin und Umgebung Supermarkt-Fleisch mit Nadeln gespickt, doch die Öffentlichkeit ist darüber nicht informiert worden. Im Fall der Fleisch-Piekserin steht die Polizei nun unter Rechtfertigungsdruck.

Gestern hat die 60 Jahre alte Tatverdächtige aus Bad Malente (Kreis Ostholstein) ein Geständnis abgelegt. In mehr als 20 Fällen waren Nadeln in abgepackten Fleisch- und Wurstwaren entdeckt worden. Zu wie vielen Taten es tatsächlich gekommen ist, steht aber noch nicht fest. „Eine detailliertere Vernehmung der Verdächtigen war bisher nicht möglich“, sagt Polizeisprecherin Carola Aßmann. Die Malenterin befindet sich zur Zeit in einem psychiatrischen Krankenhaus. Die Staatsanwaltschaft Lübeck prüft noch, ob sie einen Untersuchungshaftbefehl beantragt. Das Motiv der Frau soll nach Informationen unserer Zeitung Verärgerung über Massentierhaltung gewesen sein.

Begonnen hatte die Serie vor elf Monaten, betroffen waren Supermärkte in Eutin und Bad Malente, darunter Rewe, Netto, Aldi und Sky. Eine Frau hatte sich beim Verarbeiten von Hackfleisch leicht an der Hand verletzt, eine 17-Jährige bemerkte beim Essen von gebratenem Hack gerade noch rechtzeitig eine Nadel im Mund.

Nachdem sich die Beschwerden von Kunden gehäuft hatten, begann die Polizei zu ermitteln. Sie installierte nachts unter größter Geheimhaltung Kameras über den Fleischtheken, deren Bilder zeitnah ausgewertet wurden. Es gab eine Ermittlungsgruppe und ein Observationsteam. In den Supermärken war nur ein kleiner Kreis von Mitarbeitern eingeweiht. Zunächst wurde ein Ahrensböker bei verdächtigen Handgriffen an einer Theke gefilmt. Doch es stellte sich heraus, dass er mit den Nadel-Attacken nichts zu tun hatte. Die Malenterin geriet erst am 8. September ins Visier der Ermittler und meldete sich nach der Veröffentlichung der Fahndungsbilder selbst auf einer Wache. Komplizen hatte sie nicht.

Auf scharfe Kritik stößt unterdessen das Vorgehen der Polizei, die auf eine Warnung der Öffentlichkeit verzichtet hat. „Es war ein schwieriger Abwägungsprozesses“, gesteht Aßmann. Doch er habe zum Erfolg geführt – mit einer Festnahme und dem Ende der Straftatenserie.

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erstellt am 15.Sep.2014 | 13:58 Uhr

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