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Ostholsteiner Anzeiger

23. August 2017 | 05:05 Uhr

Frankreich ist sein Favorit

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Mannschaftskapitän Sönke Meyer (Eutin 08) erinnert sich an seine Fußballanfänge und freut sich auf die EM

Sein erster Trainer hat sein Verhältnis zum Sport geprägt. „Klaus Hingst hat den Fußball in mir geweckt“, sagt Sönke Meyer. Der Kapitän der Fußballer von Eutin 08 hat zwei Spiele im Kopf, wenn es darum geht, sein schönstes Fußballspiel zu beschreiben. Da war zum einen in der E-Jugend das Spiel
TSV Malente gegen die
BSG Eutin, als er acht Jahre alt war, zum anderen das erste Schleswig-Holstein-Liga-Spiel von Eutin 08 gegen den TSV Schilksee, in dem die Eutiner als Aufsteiger mit einem 3:0-Erfolg die ersten drei Punkte mitgenommen haben.

Die Namen vieler Mitspieler aus der E-Jugend des TSV Malente hat Sönke Meyer sofort parat: Felix Drews im Tor, Lars Zimmermann, Kolja Wuske, Norbert Kroll, Kevin Schwatlo, Claas Hoffmann, Finn Hingst. „Wir sind damals die E3 gewesen“, erinnert sich der 25-Jährige. Die acht- bis zehnjährigen Kicker der BSG habe Gerd Pomorin trainiert, unter anderem mit Tim Brunner, Thomas Schultalbers, Max Malchow und Felix Ahlers. An das Ergebnis kann sich Sönke Meyer nicht mehr erinnern: „Aber wir haben gewonnen, das weiß ich genau!“

Natürlich ist die Europameisterschaft in Frankreich ein Thema. Fußball gucken ist für Sönke Meyer bislang meistens ein Gemeinschaftserlebnis gewesen, oft mit der Familie oder mit Freunden. Dieses Mal ist das ein wenig anders, er macht mit seiner Freundin Jule eine Woche Urlaub in Portugal: „Ich bin gespannt, wie die Portugiesen mit der EM umgehen und wie sie die Spiele erleben.“

Sein Topfavorit auf den Titel sind die Franzosen, für die deutsche Mannschaft hofft er, dass alle Spieler fit sind: „Deutschland hatte immer eine gute Mischung, das aktuelle Aufgebot ist allerdings sehr, sehr jung.“

An seine Anfänge als Fußballspieler kann sich Sönke Meyer noch sehr gut erinnern: „Manche Übungen aus dem Training habe ich noch im Kopf. Ich weiß auch noch, dass wir uns damals gemeinsam mit Klaus Hingst Videos mit Spielen von Ajax Amsterdam angesehen haben.“ Im Gedächtnis haften geblieben ist auch das Engagement der Eltern, die ihn zu fast allen Kinder- und Jugendspielen begleitet haben. „Das war eine ganz schöne Fahrerei.“ Mütter und Väter seien auch zu einer festen Gemeinschaft zusammengewachsen. Höhepunkt der Saison waren die Reisen zum Jugendfußballturnier nach Horslunde in Dänemark.

Fußball verbindet – aus den Gegnern von einst wurden Mannschaftskameraden. Die BSG Eutin hatte in der C-Jugend den Aufstieg in die höchste Liga in Schleswig-Holstein geschafft. Klaus Hingst sagte den Jungen, dass sie dort Fußball spielen sollten, wo sie am meisten gefordert würden – das war zu der Zeit bei den Zwölf- bis Vierzehnjährigen die BSG Eutin mit Trainer Gerd Pomorin. Und so trug Sönke Meyer mit zwölf Jahren das gleiche Trikot wie sein einstiger Gegenspieler Tim Brunner. Das war der Beginn einer echten Freundschaft.

Mit Tim Brunner stand Sönke Meyer auch bei dem Fußballspiel auf dem Platz, das für ihn persönlich auch in der engeren Auswahl stand, der Partie gegen den TSV Schilksee, dem späteren Meister der Schleswig-Holstein-Liga, dem Aufsteiger Eutin 08 mit einem 3:0-Erfolg einen echten Dämpfer verpasste. „Das Spiel ist in meinem Kopf kleben geblieben, es war das erste Punktspiel nach unserem Aufstieg, die Stimmung war unfassbar euphorisch“, erinnert sich Meyer.

„Aufs Fußballspielen habe ich mich schon immer gefreut, egal ob aufs Training oder aufs Spiel!“ Ein Ausflug zum Tennis blieb eine kurze Episode: „Da fehlte mir der Mannschaftssport!“ Sein letztes Spiel vor der Sommerpause war das Abschiedsspiel von Peter Arendt, Trainer-Urgestein von Eutin 08, der als Betreuer der dritten Mannschaft aufgehört hat, um mehr Zeit für sein Enkelkind zu haben, Eutin 08 III gegen eine Auswahl von Ehemaligen: „Das hat großen Spaß gemacht, ich habe sogar im Tor gespielt. Danach haben wir zusammen gegrillt und geklönt, alt und jung, alle miteinander, das war familiär, so muss es sein“, sagt der Teamplayer Sönke Meyer.

Was macht einen Klassekicker aus? „Das Spiel hat sich gewandelt, es ist viel schneller geworden – im Kopf und in den Beinen.“ Kein Wunder, dass Marco Reus sein Lieblingsspieler ist: „Es ist bitter, dass er wegen einer Verletzung nach der WM 2014 das zweite große Turnier verpasst.“ In der aktuellen Deutschen Nationalmannschaft gefallen ihm Shkodran Mustafi und Emre Can am besten. Im Auftaktspiel traut er dem Team von Trainer Joachim Löw morgen Abend einen 2:0-Sieg gegen die Ukraine zu, auch bei den Torschützen legt er sich fest: Thomas Müller und Mario Gomez.

Auf dem Terminplan der nächsten Wochen steht König Fußball weit oben: „Ich versuche, alles zu gucken!“ Und wenn es geht, mit Fußballfreunden aus den Kindertagen, wie Tim Brunner, Thomas Schultalbers oder Felix Ahlers.

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von
erstellt am 10.Jun.2016 | 22:49 Uhr

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