Fraktionen sind für ein Integrationshotel

Malte Tech
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„Die Ostholsteiner“ wollen ein besonderes Hotel an der Stadtbucht / BI dagegen

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21. März 2017, 10:46 Uhr

Es war eine Überraschung: „Die Ostholsteiner“-Geschäftsführer Reinhard Sohns stellte Montagabend seine Ideen für ein Integrationshotel an der Stadtbucht der Öffentlichkeit vor (wir berichteten). Die Reaktionen der Eutiner Politik sind am Tag danach durchweg positiv. Einzig die Bürgerinitiative spricht sich dagegen aus.

„Wir sind äußerst positiv überrascht. Mit ‚Die Ostholsteiner ‘ ist ein Betreiber und Investor in einem gefunden, der noch dazu aus Eutin kommt. Besser geht es nicht“, ist Eike Diller (Foto), Fraktionsvorsitzender der Grünen überzeugt. Das Integrationshotel sieht Diller als Chance, sich von anderen Orten abzuheben – „am Strand hat das bisher keiner zu bieten“. Die Grünen wollen deshalb im Hauptausschuss Anfang April den Antrag stellen, dieses Vorhaben an der Stadtbucht zu unterstützen. Diller: „Wir hoffen, dass alle anderen Fraktionen mit aufspringen.“ Sohns kenne die Problematik, habe betont, keinen Klotz bauen zu wollen und Gastronomie auch für die Eutiner zu integrieren. Diller: „Damit bietet sich den Kritikern auch eine Möglichkeit. Endlich haben die Eutiner eine echte Wahl.“ Diller hofft, dass die bisherigen Wähler, die als „Hotelklotzverhinderer“ am 7. Mai zur Wahl gegangen wären, im Integrationshotel eine gute Alternative sehen.

Ähnlich formuliert das Hans-Georg Westphal (Foto), SPD-Fraktionsvorsitzender: „Die Eutiner können sich nun zwischen dem Erhalt eines 60er-Jahre-Hauses oder einer zukunftsgerichteten Einrichtung entscheiden.“ Westphal findet die Idee sehr konstruktiv und betont – wie die anderen Fraktionsvorsitzenden auch – die Vorzüge, die „Die Ostholsteiner“ als Betreiber und Investor in einem haben: „Die Behindertenhilfe ist ein gemeinnütziger Träger, die nicht renditeorientiert sind, einen Klotz wird es damit nicht geben.“ Mit öffentlichen Zuschüssen sei außerdem für gut 30 Jahre verhindert, dass aus dem Hotel Eigentumswohnungen werden. „Und mehr als 40 Prozent der Mitarbeiter sind Menschen mit Behinderung, die eine Chance bekommen“, so Westphal. Etwas Besseres könne es nicht geben. Jens-Uwe Dankert (FDP, Foto) ist ebenfalls angetan: „Mit Reinhard Sohns ist Seriösität verbunden und Fördermittel bedeuten ja eine Betriebesgarantie.“ Ihm haben die Synergien gefallen, die Sohns mit der Reithalle als Veranstaltungsort und der nahegelegenen Schwimmhalle aufzeigte.

Auch Malte Tech (Foto) von den Freien Wählern findet die Idee gut – aber: „Es muss mehr Fleisch daran, zumindest Zeichnungen.“

Auf die hatte Sohns bewusst verzichtet, um vor dem Bürgerentscheid zum oder gegen den Erhalt des Haus des Gastes keine Gelder zu verschwenden. Der CDU-Fraktionsvorsitzende Matthias Rachfahl (Foto) sieht es ähnlich: „Die Idee eines Integrationshotels hat wirklich Charme, das kam auch bei der Fraktion gut an. Letztlich brauchen wir für Entscheidungen aber Pläne, wir müssen wissen, wie es aussehen soll.“ Rachfahl hofft, dass dieses Projekt nicht im Vorfeld des Entscheids zerredet wird.

Sigrid Jürß (Foto), Sprecherin der Bürgerinitiative zum „Erhalt des Haus des Gastes“, betont: „Wir gehen weiter davon aus, dass das instandgesetzte Haus des Gastes als Haus der Begegnung und Kommunikation für uns Eutiner und unsere Touristen unverzichtbar ist.“ Die BI sei nicht grundsätzlich gegen ein Hotel, dann allerdings an der Schwimmhalle.




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