zur Navigation springen

Fraktionen einig: Isek soll kommen – mit Sportkonzept

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

shz.de von
erstellt am 14.Sep.2013 | 00:36 Uhr

Jahrelang hatte Bürgermeister Koch vergeblich versucht, der Politik die Zustimmung für ein Integriertes Stadtentwicklungskonzept (Isek) abzuringen. Jetzt scheint klar: Die Gemeindevertreter sind soweit. „Wir wollen ein Isek, da sind sich, glaube ich, alle Fraktionen einig. Ein Teil davon wird auch die Sportentwicklungsplanung sein“, erklärte CDU-Fraktionschef Hans-Werner Salomon unwidersprochen. Zuvor hatte Prof. Dr. Robin Kähler zur Zukunft der Sportstätten in der Gemeinde referiert (siehe oben).

Sozialausschussvorsitzender Helmut Wagner (SPD) erkundigte sich nach den Kosten für ein Sportstätten-Konzept. Kählers Antwort: „15 000 bis 20 000 Euro – maximal“. Dafür biete er der Gemeinde etwa eine Untersuchung ihrer Sporthallen und eine Befragung aller Sportvereine. Neben dem „Status Quo“ würden auch die Bedarfe ermittelt.

Wasser auf seine Mühlen erhielt der TSV Malente bei der seit langem vorgetragenen Forderung nach einem Kunstrasenplatz für die Fußballer. Kähler: „Im Vergleich zur Nutzung eines Rasenplatzes ist der Kunstrasenplatz billiger.“ Voraussetzung sei aber, dass der Platz intensiv genutzt werde und dies nicht durch Klagen von Anwohnern verhindert werde. Als Manfred Rau, ehemaliger Vorsitzender des mittlerweile aufgelösten Fördervereins Sportstättenbau, wissen wollte, welchen Zeitplan die Gemeinde für einen Kunstrasenplatz habe, vertröstete ihn Bürgermeister Michael Koch. Das müsse die Politik noch entscheiden, machte der Verwaltungschef deutlich und verwies auf sein Eingangsstatement. Die Veranstaltung habe den Zweck, miteinander ins Gespräch zu kommen. Entscheidungen müssten später fallen. „Wir haben keine Analyse, wir haben keine Daten, wir haben keine Fakten.“

Nur mäßig begeistert zeigte sich Kähler von den Bemühungen Malentes, sich als Sportstadt zu etablieren. Dies liege angesichts der Standorte des Landessportverbands und der Landesfußballschule zwar nahe, bringe aber eher den Verbänden etwas als der Gemeinde. Die Zugkraft vergangener Erfolge sei erlahmt: „Der Geist von Malente ist nichts für Herrn Löw. Das ist eher etwas für meine Generation“, meinte der 67-Jährige. Und auch der Internet-Auftritt der Gemeinde in Sachen Sport kam nicht gut weg: „Verzeihen Sie, aber als Gast hab ich mich nicht zurechtgefunden“, kritisierte er. „Da haben Sie noch Luft nach oben.“

Widerspruch erhielt Kähler nach seinem lebhaften Vortrag zu einem anderen Thema. TSV-Vorsitzender Reinhard Schröder wehrte sich massiv gegen die These, die Sportvereine müssten ihre Beiträge erhöhen, um sich und die Sportanlagen künftig zu finanzieren. Das werde zu Lasten sozial Schwacher gehen, warnte Schröder. „Eine Erhöhung kann sich für die Gemeinde als Bumerang entwickeln.“ Doch Kähler beschwichtigte. Es müsse zwar die Frage gestellt werden, ob die Beitrags- und Förderstrukturen noch angemessen seien. Die Diskussion darüber könne aber auch dazu führen, „dass die Politik entscheidet, wir müssen da wesentlich mehr machen“.

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen