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Kultveranstaltung : Fragezeichen auf Gut Hasselburg

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

700 Fans der Hörspielserie „Die drei Fragezeichen“ hörten die aktuelle Folge schon rund eine Woche vor dem Verkaufsstart: In der reetgedeckten Scheune des Gutes Hasselburg gab es eine Vorpremiere.

shz.de von
erstellt am 01.Okt.2013 | 04:00 Uhr

Einen spezialgelagerten Sonderfall hatten „Die drei Fragezeichen“ am Sonntag in der Scheune von Gut Hasselburg zu lösen. Allerdings waren sie dabei nicht allein: rund 700 Fans der jungen Detektive aus Rocky Beach waren gekommen, um sich die Vorpremiere des erst am Freitag erscheinenden Falls „Fußball-Teufel“ anzuhören.

Neu war die inzwischen 164. Folge dabei nicht nur für die Zuhörer. Sondern auch für Oliver Rohrbeck. Und das, obwohl der 48-Jährige bereits seit beinahe 35 Jahren den ersten Detektiv Justus Jonas spricht. „Wir nehmen immer mehrere Folgen parallel auf“, erklärte der Sprecher, der auch die deutsche Stimme des Hollywoodschauspielers Ben Stiller ist. Außerdem, so fügte Produzentin Heikedine Körting hinzu, nehmen die anderen Sprecher ihre Beiträger oft zu anderen Zeiten auf als die drei Hauptsprecher Oliver Rohrbeck, Jens Wawrczeck und Andreas Fröhlich. „Für mich ist das heute auch eine Weltpremiere, ich kenne die Folge ja noch gar nicht mit Geräuschen“, verriet Rohrbeck. Und auch Produzentin Körting plauderte ein wenig aus dem Produktionsalltag. Rund drei Monate dauere es, bis eine neue Folge der Drei Fragezeichen fertig sei. „Für ungewöhnliche Geräusche brauchen wir manchmal einen ganzen Tag“, so Körting.

Körting, genauer gesagt ihr Wohnort, war auch der Grund, weshalb das Hörspiel in der Scheune von Gut Hasselburg vorgestellt wurde. Denn gemeinsam mit ihrem Ehemann lebt die Produzentin seit vielen Jahren im Guthaus. Nach den Renovierungsarbeiten an der Scheune schlug Körting Rohrbeck vor, doch auch einmal in Hasselburg aufzutreten. Gesagt, getan. „Schließlich suchen wir immer auch eine bestimmte Stimmung, damit alle hier einnickern können“, sagte Rohrbeck und spielte damit darauf an, dass viele Fans die Geschichten um die Nachwuchsdetektive zum Einschlafen hören. Dieser Folge aber beschied Rohrbeck einen – im positiven Sinne – „großen Einschlaffaktor.

Und tatsächlich schienen nicht nur die vielen Kinder, die es sich auf Decken, Kissen und Liegestühlen vor der Bühne bequem gemacht hatten, einzunickern. Auch manch Erwachsener sank, mit einer Jacke zugedeckt, an die Schulter seines Sitznachbarn. Jedoch nicht für lange, denn an einer besonders spannenden Stelle schraken viele der Zuhörer wieder hoch. Unter ihnen auch Sprecher Rohrbeck, der es sich während der Vorführung mit einem Bier auf der Bühne gemütlich gemacht hatte.

Allein aber war er dort nur während der ersten Hälfte der Veranstaltung. Nach einer Pause nämlich suchte er sich sechs Mitstreiter, die mit ihm zusammen ein kleines Hörspiel sprechen wollten. Von diesen verlangte Rohrbeck zuvor allerdings eine gewisse Lesefähigkeit. Nur, um dann während des Stückes selbst statt einer „Schenkungsurkunde“ eine „Scheidungsurkunde“ zu finden.

Im Jahr 1979 wurde die erste Folge der Drei Fragezeichen veröffentlicht. Ursprünglich als Hörspielreihe für Kinder konzipiert, blieben viele Hörer der Serie jedoch über die Jahre hinweg treu. Das wurde auch im Publikum deutlich, bestand es doch zum größten Teil aus Erwachsenen.

Drei Fragezeichen-Fans der zweiten Generation hingegen waren die Freundinnen Lea, Inga, Neele, Franzi und Julia. Die 12 und 13 Jahre alten Mädchen aus Neustadt waren gemeinsam mit ihren Eltern gekommen. „Meine Eltern haben mich angesteckt“, schilderte Lea die Entstehung ihrer Leidenschaft.

Extra aus Hamburg war der 30-jährige Benjamin Kurth nach Hasselburg gekommen. Er sei durch seine Freundin Mandy infiziert worden, gab er zu. „Als Kind habe ich eher TKKG gehört.“ Seit einigen Jahren aber höre er die Drei Fragezeichen. Am Sonntag gefiel ihm nicht nur die aktuelle Folge, sondern auch das Ambiente. So wie auch Oliver Rohrbeck, der bereits versprach: „Das machen wir nochmal!“

 

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