Eutin : Frage nach Schließung des Gartens wartet

Schlossbrücke vor 1903: Der Bau einer neuen Brücke wird Konsequenzen haben.
Schlossbrücke vor 1903: Der Bau einer neuen Brücke wird Konsequenzen haben.

Die Bürgergemeinschaft Eutin erinnert an die Dringlichkeit einer Gartenordnung für den Schlossgarten. Der Entwurf soll Denkmalpflege und Tourismus berücksichtigen.

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11. Februar 2011, 11:21 Uhr

Eutin | Die Forderung nach einer Gartenordnung für den Schlossgarten hat die Bürgergemeinschaft Eutin erneuert. Außerdem regte der Vorstand in einer Presseerklärung an, die Frage zu beantworten, ob das Gartendenkmal stundenweise abgeschlossen werden soll. "Spätestens, wenn die Brücke über den Schlossgraben fertig ist, muss sich die Stiftung Schloss Eutin zu der Frage der Abschließbarkeit des Gartens positionieren", bertont Vorstandssprecherin Regine Jepp.

Nachdem 2006 die Sanierung des Schlosses beendet worden sei, habe die Revitalisierung des Küchengartens begonnen. Dabei sei aus Sicht der Bürgergemeinschaft einmal mehr die Dringlichkeit einer Gartenordnung zu erkennen, die sie schon vor Jahren angeregt habe. Bei Recherchen über bestehende Parkordnungen verwundere immer wieder, dass häufig nur mit Verboten operiert werde. Das erscheine dem Vorstand im Jahre 2011 nicht mehr zeitgemäß. Regine Jepp: "Wir glauben, dass die Anregungen und Hinweise eine größere Chance auf Akzeptanz haben, wenn den Bürgerinnen und Bürgern näher erläutert wird, warum diese oder jene Regelung in der Besuchsordnung enthalten ist." Auch aus diesem Grund habe sich der Verein über lange Jahre mit dem Thema beschäftigt und einen Vorschlag erarbeitet. Der unterwerfe sich nicht ausschließlich den Belangen des Denkmalschutzes, mache den Schlossgarten aber auch nicht zu einem "Bürgerpark".

Dabei sei die Bürgergemeinschaft bestrebt, über den Schlossgarten keine historische "Käseglocke" zu stülpen, sondern Verhältnisse schaffen, durch die der Garten von vielen Einheimischen und Gästen genossen werden könne. Im vergangenen Sommer hätten Besucher aber leider feststellen müssen, dass der Garten besonders nach Festtagen immer mehr zu einer innerstädtischen Müllkippe verkomme.

Schon Ende des 19. Jahrhunderts sei das Verhalten im Garten genau geregelt gewesen. In einer Besuchsordnung vom 24. Mai 1890 heiße es: "Personen, welche das Aussehen von Vagabonden haben, ebenfalls solche, welche Körbe, Geräthe und dergleichen tragen, Handwagen oder Karren schieben, werden fortgewiesen".

Auch Kindern sei das Betreten des Gartens ohne Eltern verboten gewesen. Ältere Geschwister oder Kindermädchen hätten nicht ausgereicht.

Jepp: "Solche Regelungen muten heute seltsam an. Trotzdem bedarf auch heute die Nutzung des Gartens gewisser Lenkungen, um ein gedeihliches Miteinander zu gestalten, ohne dass der Park als historisches Kleinod Schaden nimmt."

In Eutin sei in der jüngsten Vergangenheit viel über die Bedeutung des Tourismus für die städtische Entwicklung gesprochen worden. Dabei spiele der Schlossgarten eine zentrale Rolle. Die Bürgergemeinschaft Eutin betrachte es als unverzichtbar, dass auch Angebote für Einheimische und Gäste den touristischen Nutzen des Gartens erweiterten und den Geist der Aufklärung, in dem der Garten vor über 200 Jahren entstanden ist, noch besser erlebbar machten.

Jepp: "Mit dem Erlass einer Besuchsordnung würden sich die Stiftung Schloss Eutin und die Stadt Eutin eindeutig zu ihrer Verantwortung zum Gartendenkmal bekennen. Der Verein ist bereit, diesen Prozess konstruktiv zu begleiten."

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