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Ausstellung in Eutin : Fotokünstler in Monets Garten

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Das Schloss eröffnet Donnerstagabend die Sonderausstellung mit Werken von fünf Fotografen aus dem berühmten Garten des Malers

shz.de von
erstellt am 16.Apr.2016 | 05:19 Uhr

Verwunschene Gänge, farbenfrohe Blumenwiesen und beeindruckende Lichtspiele: Vom kommenden Freitag (22. April) an präsentiert das Eutiner Schloss in einer Sonderausstellung „Monets Gärten. Zeitgenössische Fotografien von Darren Almond, Elger Esser, Henri Foucault, Bernard Plossu, Stephen Shore“ einen ungewöhnlichen Blick in den einstigen Garten des Impressionisten. Gezeigt werden zeitgenössische Fotografien von fünf internationalen Künstlern, die 2015 im Musée des Impressionnismes Giverny konzipiert und sehr erfolgreich vorgestellt wurden. Zur Eröffnungsfeier am 21. April sprechen ab 19 Uhr Stiftungsratsvorsitzender Christian Herzog von Oldenburg, Frédéric Frank, Direktor des Musée des Impressionnismes Giverny, sowie Schloss-Kuratorin Susanne Petersen.

Professor Dr. Hubertus Gaßner, Direktor der Hamburger Kunsthalle, setzte sich dafür ein, dass die Ausstellung für eine zweite und letzte Station in das Schloss Eutin kam (wir berichteten). Aufgrund der begrenzten Räume ist die Ausstellung in Eutin leicht verkleinert. Doch es sind immer noch mehr als 70 Werke der fünf Fotografen zu sehen.

Die Art der Entstehung der Bilder sei sehr verschieden, ebenso wie der Blick der Künstler auf den Garten, betont die Kuratorin der Ausstellung, Jeanne Fouchet-Nahas, die gemeinsam mit ihrer Assistentin Vanessa Lecomte die Werke für Eutin ausgewählt hat. „Es ist ein Geschenk der Künstler, uns ihren Blick auf die Dinge zu zeigen. Monets Gärten sind ein so wunderschöner Ort und nicht zuletzt durch seine eigenen Werke bekannt geworden“, erklärt Lecomte.

Claude Monet lebte von 1883 bis zu seinem Tod 1926 in seinem Haus in Giverny. Er mietete es zuerst und begann, den Ziergarten Clos Normand mit unzähligen Blumen zu bepflanzen. 1890 kauft er Haus und Grundstück, 1893 erwarb er ein zweites Grundstück auf der anderen Seite der Straße hinter seinem Ziergarten. Dort legte er einen Wassergarten mit Seerosenteich und der japanischen Brücke an, die er – wie vieles andere aus seinem Garten – in einem Werk verewigte.

„Neben der Malerei wurde die Botanik zu seiner großen Leidenschaft“, sagt Vanessa Lecomte. Monet hatte selbst Angestellte, denen er bei seiner Abwesenheit genaue Anweisungen gab, wie sie die Pflanzen zu pflegen haben, berichtet Susanne Petersen, zuständig für die Ausstellung im Schloss Eutin. „Dieser Garten wurde von ihm angelegt, um auch im Winter etwas zum Zeichnen zu haben.“ Später habe Monet auch Glaspavillons ergänzt als eine Art Freilichtatelier. Nach seinem Tod sei alles mehr oder weniger verwildert. Der Amerikaner Stephen Shore war als einer der ersten zwischen 1977 und 1982 für das New Yorker Metropolitan Museum of Art mit der Kamera vor Ort und hielt die Wiederentstehung Monets Gärten fest. Die anderen vier Fotografen waren zwischen 2010 und 2015 im Auftrag verschiedener Museen zu verschiedenen Tages- und Jahreszeiten im Garten, um das kunsthistorische Denkmal aus völlig neuen Blickwinkeln abzubilden.

Entstanden sind Fotografien, die subjektiv, poetisch oder dokumentarisch Detailaufnahmen oder Übersichten aus dem berühmten Garten des Malers in Giverny zeigen. Einige fotografierten bei Nacht oder in der Dämmerung. Andere lieben das Detail, wieder andere wählen für ihre Werke den Druck auf handgeschöpftes Papier in schwarz-weiß, um – wie Jeanne Fouchet-Nahas betont – „mit der Zeit zu spielen“. „So wissen sie als Betrachter nicht, ob es in der Vergangenheit entstanden oder hochaktuell ist. Es soll mitnehmen und die Phantasie anregen.“


Öffnungszeiten am Eröffnungswochenende:
11- 17 Uhr; vom 28. April bis 21. August täglich 10 bis 18 Uhr.

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