Forschung schafft neue Arbeitsplätze

Groppen besitzen fast keine Schuppen und leben überwiegend in Gewässern mit steinigen Böden.
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Groppen besitzen fast keine Schuppen und leben überwiegend in Gewässern mit steinigen Böden.

Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Evolutionsbiologie in Plön erhält 1,4 Millionen Euro Fördergelder von der EU

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26. Oktober 2013, 00:31 Uhr

Dr. Arne Nolte ist stolz. Er hat 1,4 Millionen Euro für die Forschung seiner Arbeitsgruppe am Max-Planck-Institut für Evolutionsbiologie in Plön eingeworben. „Ab Februar 2014 kann ich davon Arbeitsplätze für drei Doktoranden, einen Wissenschaftler und meinen eigenen Arbeitsplatz finanzieren“, freut sich der Biologe. Gefördert wird seine wissenschaftliche Arbeit vom Europäischen Forschungsrat. Der verteilt jedes Jahr 1 Milliarde Euro Forschungsgelder an „exzellente, hochqualifizierte Wissenschaftler“. Arne Nolte ist nun einer von ihnen.

Der Europäische Forschungsrat unterstützt junge, innovative Forscher aus der Grundlagenforschung, um eine neue Forschungsgruppe in Europa aufzubauen. Bereits 2012 hatte sich Arne Nolte bei dem Förderprogramm beworben. „Im April wurde ich zu einem Vorstellungsgespräch in Brüssel eingeladen und musste mein Forschungsprojekt vor zwölf Mitgliedern einer Kommission verteidigen“, beschreibt der 40-jährige Oldenburger das Auswahlverfahren. Jetzt stehen dem Evolutionsbiologen in den nächsten fünf Jahren 1,4 Millionen Euro für seine Forschung zur Verfügung. „Das ist ein großer Schritt in die Unabhängigkeit meiner wissenschaftlichen Arbeit“, freut sich Arne Nolte.

Seit 2008 arbeitet er am Max-Planck-Institut für Evolutionsbiologie in der Abteilung für Evolutionsgenetik in Plön. Mittlerweile leitet er eine kleine Arbeitsgruppe mit drei Wissenschaftlern und zwei Assistenten. Sein Forschungsobjekt ist die Groppe, der Fisch des Jahres 2006. „Fische haben immer eine wichtige Rolle in meinem Leben gespielt. Schon als Kind habe ich mehrere Aquarien besessen. Außerdem bin ich begeisterter Angler“, beschreibt Arne Nolte seine Faszination. In seinem Büro befinden sich ebenfalls zwei Aquarien mit indonesischen Reisfischen. Mit seiner wissenschaftlichen Arbeit untersucht er die Anpassung der Groppe an neue Lebensräume.

„Die Groppe besiedelt vor allem Bäche und bevorzugt vorwiegend kalte Wassertemperaturen. Im unteren Rhein haben wir Groppen entdeckt, die anscheinend wärmere Temperaturen bevorzugen“, erklärt der Biologe. Genetische Untersuchungen haben ihm gezeigt, dass diese Fische aus der Kreuzung zwei verschiedener Groppenarten entstanden sind.

Anhand genetischer Untersuchungen hat er Unterschiede in mehreren 100 Genen zwischen den Elternarten und ihren Nachkommen entdeckt. Groppe ist also nicht gleich Groppe. Mit den erworbenen Fördergeldern möchte Arne Nolte herausfinden, welche Rolle diese Unterschiede bei der Anpassung der Nachkommen an diesen neuen Lebensraum spielen.


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