zur Navigation springen

Amerikanischer Sport : Footballspieler mit vielen Talenten

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Laurents Mohr geht mit den Lübeck Cougars in der 2. Football-Liga am 26. April gegen Elmshorn in die Spielzeit 2014.

shz.de von
erstellt am 21.Apr.2014 | 11:25 Uhr

Wenn Laurents Mohr aus Bad Schwartau den Football zwischen den Fototerminen in die Hand nimmt und seinem Mitspieler zupasst, sieht das leicht und locker aus. Er packt das eiförmige Spielgerät, visiert seine Anspielstation an und wirft den Ball ohne sichtbare Anstrengung gut 40 Meter weit maßgerecht und in idealer Fanghöhe. Der 20-Jährige ist 1,90 Meter groß und wiegt 82 Kilogramm. Er war in der letzten Zweitligasaison bei den Lübeck Cougars der „most valuable player“, also der wertvollste Spieler im Team. Und das, obwohl er nach eineinhalbjähriger Verletzungspause mit einem Kaltstart bei den Erwachsenen eingestiegen war.

Den ersten Kontakt zu dem uramerikanischen Sport bekam der damals achtjährige Laurentz Mohr vor dem Bildschirm. Ein Videospiel zog ihn in den Bann. „Football fand ich cool. Ich habe zwar zu Beginn nicht viel von den Regeln verstanden, aber das wurde im Lauf der Zeit immer besser“, sagt der vielseitige Spieler. Er hat sowohl im Angriff, der im Football „Offense“ heißt, als auch in der Abwehr, der „Defense“ Einsatzzeiten. Als er 14 war verlagerte sich seine Beziehung zum Football aus dem Wohnzimmer, weg von der Spielekonsole, hinein in den Park. Dort übte er mit einem Mitschüler aus dem Konfirmandenunterricht werfen, fangen und Zweikämpfe, ohne Helm auf dem Kopf und ohne schützende Pads an den Gelenken. „Das war richtiger Straßen-Football“, erinnert sich der Abiturient, der nach einem Jahr Pause zum Sommersemester ein Studium der Betriebswirtschaftlehre beginnen will.

Sportlich ging es steil bergauf, als sich Laurents Mohr den Lübeck Cougars angeschlossen hatte. Er ging für ein Schuljahr in die USA, nach Kalifornien, und lernte dort viel über seinen Lieblingssport. „Football ist ein extrem taktisches Spiel“, sagt Mohr. Ein Spieler müsse viel auswendig lernen. Das Playbook der Cougars umfasst ungefähr 100 offensive Spielzüge, bei denen genau festgelegt, wer wann auf welcher Position welche Aufgabe übernimmt. Da greift ein Rädchen ins andere. „Wenn auch nur ein Spieler einen Fehler macht, ist es mit dem Spielzug vorbei. Im schlimmsten Fall kommt das gegnerische Team so zu einem Touch Down“, schildert er die Konsequenzen. Er selbst verdiente sich wegen seines intelligenten Spiels bald einen Platz im Notizbuch des Jugend-Bundestrainers und wurde in die Deutsche U19-Nationalmannschaft berufen. Er spielte im Deutschen Team, das 2011 in Sevilla bei den Europameisterschaften Vierter wurde. „Dass ich dort spielen durfte, war eine große Ehre.“ Mit dem Team trainiert Laurentz Mohr dreimal pro Woche. Zusätzlich hält er sich in dem Fitness-Studio in Form, in dem er bis zum Studienanfang arbeitet: „Ich trainiere also jeden Tag.“ Seine Stärken sind Schnelligkeit, Athletik und Auffassungsgabe. Im Winter hat er sich in Österreich zum Ski- und Snowboardlehrer ausbilden lassen.

Football-Profi werde er sicher nicht mehr, meint Mohr. Dabei kann sich seine Leistungskurve in der ersten Saison bei den Herren sehen lassen. Zum Saisonstart 2013 hat er beim fulminanten 63:0 gegen Rostock vier Touch Downs beigesteuert. Insgesamt weist seine Erfolgsstatistik für seine erste Saison in der 2. Liga 18 Touch Downs und über 1000 Yards Raumgewinn auf.

Laurents Mohr freut sich auf die Footballsaison 2014, auch wenn er noch nicht weiß, wie es für ihn weitergeht. Am ersten Spieltag erwarten die Cougars am Sonnabend, dem 26. April, um 17.30 Uhr im Stadion Buniamshof die Elmshorn Pirates. Das Studium hat jedoch absoluten Vorrang. Und das wahrscheinlich in größerer Entfernung, eventuell in Mannheim oder der Schweiz. Football wird da zur Nebensache. Aber vielleicht ergebe sich etwas, hofft der Allrounder, der nebenbei bei der A-Jugend der Cougars als Trainer für die Receiver zuständig ist. Doch er will lieber selbst auf dem Platz stehen: „Ich bin lieber als Spieler aktiv, ich kann beim Football ganz schlecht zuschauen.“ Sagt es und sieht sich nach einem Football um, mit dem er sich die Zeit in den Pausen zwischen den Fotoshootings vertreiben kann.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen