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Schönwalde : Förderverein Bungsberg ohne Zukunft

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Die hohen Auflagen des Finanzamtes führten nach sechseinhalb Jahren zur Auflösung.

Sechseinhalb Jahre nach seiner Gründung im September 2008 haben Dienstagabend 27 von über 100 Mitgliedern beschlossen, den Förderverein Bungsberg aufzulösen. In einer außerordentlichen Mitgliederversammlung in der Waldschänke auf dem Bungsberg gab es nur zwei Gegenstimmen. Zu Liquidatoren wurden Arend Knoop und der Vorsitzende Karl-Friedrich Linke bestellt. So zieht der Verein einen Strich unter eine seit Februar 2009 laufende Diskussion mit dem Finanzamt über die Gemeinnützigkeit.

In der von Linke detailliert aufgestellten Chronologie der Bemühungen haben sich mehrfach Notare und Steuerberater an der Formulierung einer Satzung versucht. Selbst im Gespräch mit der zuständigen Sachbearbeiterin im Finanzamt soll es zu keiner Einigung gekommen sein.

Den Wunsch des Fördervereins Bungsberg, sowohl durch eigene Veranstaltungen als auch durch finanzielle Unterstützung anderer gemeinnütziger Institutionen den Bungsberg zu beleben, soll im Finanzamt mit folgenden Worten quittiert worden sein: „Ich verstehe unter der Arbeit eines Fördervereins, dass er Mittel einwirbt und an gemeinnützige Einrichtungen weitergibt.“

Im Herbst kam der Vorstand zu dem Schluss, dass es auf dem Bungsberg keine Institution gebe, die satzungskonform unterstützt werden könnte. Von einer operativen Neuausrichtung nahm der Vorstand Abstand. Man habe sich über die Jahre für die Identifikation der Region mit dem Bungsberg eingesetzt, doch „was jetzt satzungsmäßig neu gefordert wird, ist mit Ehrenamtlichkeit nach meiner Auffassung nicht zu leisten und verhindert jedes Engagement in dieser Richtung“, so Linke zum Abschluss wörtlich, bevor er die Mitglieder um die Zustimmung zur Auflösung bat.

Es sei ihm peinlich, nach 45 Jahren ehrenamtlicher Arbeit feststellen zu müssen, erstmals eine Aufgabe aufgrund großer Schwierigkeiten mit dem Finanzamt nicht zu Ende führen zu können und zu wollen. Das hatte er zu Beginn der Versammlung erklärt.

Der außerordentlichen Mitgliederversammlung war eine reguläre Versammlung vorausgegangen. 3500 Euro, so Linke in seinem Jahresbericht, hat der Förderverein im vergangenen Jahr für die Beobachtung des Brutverhaltens des Wanderfalken auf dem Fernmeldeturm sowie die Übertragung der Aufnahmen in das Bildungs-Spaß-Gebäude und die pädagogische Aufarbeitung als Zuschuss gegeben. Weitere 5000 Euro wurden dem Förderverein Dorfmuseum zur Verfügung gestellt, der im ehemaligen Telekom-Gebäude auf dem Bungsberg die kulturhistorische Bedeutung der Bungsbergregion für Familien und Schulklassen anschaulich machen will.

Ebenfalls gemeinsam mit dem Dorfmuseum Schönwalde wurde eine Fahrt in das Auswandermuseum Ballin-Stadt in Hamburg unternommen. Der gemeinsamen Einladung mit der Familie Hanssen zu einer Gutsbesichtigung auf Gut Kniphagen folgen über 150 Besucher.

Den Bericht schloss Linke mit dem Wunsch an die kommunalen Körperschaften, ihre Aufgabe für die Region wahrzunehmen und gewillt zu sein Zukunftsperspektiven aufzuzeigen und umzusetzen. Karl Friedrich Linke: „Visionen braucht die Region.“

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erstellt am 05.Mär.2015 | 12:30 Uhr

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