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Ostholsteiner Anzeiger

16. Dezember 2017 | 20:06 Uhr

Sierksdorf : Flugplatz Hof Altona steht vorm Aus

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Der Flugplatz, der einst vom ersten fliegenden Landwirt Schleswig-Holsteins gegründet wurde, steht kurz vor dem Aus. Der Grund: Die Fronten zwischen der heutigen Eigentümerin und dem Aero-Club sind verhärtet.

shz.de von
erstellt am 09.Okt.2014 | 13:27 Uhr

Der Windsack hängt in Fetzen, das Vereinsheim des Ostholsteiner Aero-Clubs ist in die Jahre gekommen, die Wiese leer. Und das wird sie wohl auch künftig bleiben, denn die Fronten zwischen der Eigentümerin und dem Verein sind verhärtet – gesprochen wird nur noch über Anwälte, verfügt mittels richterlicher Beschlüsse.

Von vorn: Der vermutlich erste fliegende Landwirt Schleswig-Holsteins, Gunther Brelowski vom Hof Altona, hat den strandnahen Flugplatz 1975 aufgebaut. Auf einer etwa 560 Meter langen Grasbahn können hier seitdem einmotorige Maschinen, Ultra-Leichtflugzeuge, Motorsegler und sogar Hubschrauber, Fesselballons und Fallschirmspringer landen. Anfang 2000 übernahm der Ostholsteiner Aero-Club den Flugplatz, Gunther Brelowski übergab dem Verein das Flugrecht, die sogenannte Betriebsgenehmigung für einen solchen Platz. Rückblickend war genau dies der Fehler.

Denn ohne die Betriebsgenehmigung kann Susanne Brelowski, heutige Eigentümerin, den Platz auch nicht mit anderen Interessenten betreiben, die es zuhauf gebe. „Er hatte gedacht, der Verein würde die Anlage in seinem Sinne fortführen“, sagt Susanne Brelowski, Schwiegertochter des ersten fliegenden Landwirts. Doch dem war aus Sicht der Eigentümerin nicht so. Im Gegenteil, der Vorwurf: „Sie ließen alles verkommen, kümmerten sich nicht um den Erhalt.“

Die Verhältnisse zwischen dem Verein und ihr sind zerrüttet – das sagen beide Seiten. Brelowski: „Ich kann und möchte nicht mehr mit diesen Leuten zusammen arbeiten.“ Deshalb kündigte sie das Pachtverhältnis zum Jahresende. Findet sich bis dahin keine andere Lösung, ist es das Aus für den Flugplatz Hof Altona. Uwe Sick, Vereinsvorsitzender, hofft noch: „Gehen wir, stirbt der Flugplatz. Eine Betreibergesellschaft wäre die Lösung.“

Denn, so die Idee des Vereins, würde eine Betreibergesellschaft gegründet, in der mögliche Investoren, die Eigentümerin und der Verein Mitglied sind, könnte der Verein das Flugrecht und damit die Betriebsgenehmigung an die Betreibergesellschaft übertragen. Doch um die vom Verein zurückzuerlangen, müsste dieser mindestens sechs bis zwölf Monate ebenfalls Mitglied sein und das könne sich Susanne Brelowski „unter keinen Umständen“ vorstellen.

Uwe Sick: „Wir würden die Betriebsgenehmigung gern übergeben. Uns geht es um die Rettung und den Erhalt des Flugplatzes.“ Finanziell wolle und könne der Verein den Platz mittlerweile gar nicht mehr betreiben. Denn aufgrund diverser Prozesse und einstweiliger Verfügungen mussten sie ihre Maschinen schon in Lübeck Blankensee unterstellen, Miete zahlen „und hier gingen uns die Einnahmen durch die Lappen“, die es durch mögliche Rundflüge und Landungen hätte geben können.

Was mit der Wiese nach dem 31. Dezember 2014 geschieht, lässt Brelowski offen. „Ich kann sie theoretisch wieder landwirtschaftlich nutzen.“ Ihr Herz hängt an der Reiterei, vielleicht ist auch da etwas denkbar – nicht jedoch der Flugbetrieb in Zusammenarbeit mit dem jetzigen Verein.

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