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Ostholsteiner Anzeiger

21. September 2017 | 23:32 Uhr

Flüchtlingszahl für den Kreis halbiert

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Eutin erwartet statt 367 nur rund 200 Zuwanderer / Nur 1200 Landes-Plätze belegt

shz.de von
erstellt am 01.Jun.2016 | 00:44 Uhr

2000 statt der Anfang des Jahres noch angenommenen 4000 Flüchtlinge erwartet der Kreis Ostholstein nach aktuellen Hochrechnungen für dieses Jahr. Das geht aus einem Bericht des zuständigen Fachbereichsleiters Matthias Badenhop an den gestern tagenden Sozialausschuss des Kreises hervor.

Es sei zwar damit zu rechnen, dass die Flüchtlingszahlen in der zweiten Jahreshälfte weiter steigen werden, doch dann gehe die Verwaltung davon aus, dass das Land freigewordene Erstaufnahmekapazitäten dazu nutzen werde, den Unterbringungsdruck auf die Kommunen abzufedern, heißt es im Bericht. Dies allerdings bezeichnet Patrick Tiede, Sprecher des Innenministeriums, als „reine Spekulation“. Tiede: „Das hängt von mehreren Parametern ab, unter anderem wie hoch die Belastung dann für das Land und die Kommunen ist.“ Außerdem werde mit dem geplanten Integrationsgesetz gerade der Flüchtlingspakt von Mai 2015 nachjustiert. „Beschleunigte Verfahren der Menschen mit guter Bleibeperspektive können dann auch dazu führen, dass sie schneller als die bisher vereinbarten sechs Wochen an die Kommunen weiterverteilt werden“, sagt Tiede.

Was bedeuten die neuen Zahlen für Eutin? Statt bisher 367 rechnet die Stadt derzeit mit 201 Personen, die in diesem Jahr zugewiesen werden. In Süsel halbiert sich die Zahl fast von 113 auf jetzt 60. In Eutin ist aktuell Wohnraum für fast 60 Asylbewerber frei. Kündigung von angemieteten Wohnungen komme derzeit aber nicht in Betracht, da in diesem Jahr neben dem Wiesenhof die beiden Häuser in der Seestraße zurückgegeben werden, die derzeit zur Unterbringung von Flüchtlingen dienen, teilte Stadtsprecherin Kerstin Stein-Schmidt mit. Die Bewohner des Wiesenhofs ziehen dann in die teils leerstehenden Wohnungen.

Im Schnitt kommen täglich bis zu 30 Personen in Schleswig-Holstein an. 1200 Plätze sind in den Erstaufnahmeeinrichtungen des Landes aktuell belegt. Ausgehend von diesen Zahlen sei der neue Verteilungsschlüssel an die Kommunen weitergegeben worden, sagt Magdalena Drywa vom Landesamt für Migration. „Wir haben keine Prognose, wie viele Flüchtlinge nach Schleswig-Holstein kommen, sind aber mit den Plätzen in den zehn Erstaufnahmeeinrichtungen diesmal deutlich besser vorbereitet.“

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