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Flüchtlingskinder lernen in Plön spielerisch die deutsche Sprache

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Die Kreismusikschule (KMS) schafft es, Flüchtlingskindern aus mindestens sieben verschiedenen Sprachräumen spielerisch die deutsche Sprache zu vermitteln. Das geht natürlich nur über die Musik. Einen Eindruck davon gab es gestern im Plöner Zentrum für „Deutsch als Zweitsprache“ (DaZ) an der Breitenauschule. Sie ist eine von derzeit vier DaZ-Zentren im Kreis Plön. Über 30 Kinder entwickeln über den Rhythmus den Zugang zum Beispiel zur Bezeichnung von Körperteilen.

KMS-Leiter Franz-Michael Deimling war gestern mit seinem Projektleiter Erik Kross und weiteren Musikschullehrern an die Breitenauschule gekommen. Gemeinsam schafften sie es, dass sich zum Ende des sehr kurzweiligen Unterrichts aus Stimmen und Musik ein großes Ensemble formierte. Es sang ein Lied in deutscher Sprache. Und vor lauter Begeisterung darüber schwangen einige Jungs ausgelassen die „Luftgitarren“ im Klassenraum. Die Flüchtlingskinder lernen sehr schnell die deutsche Sprache, wunderte sich auch der Projektleiter Erik Kross.

Seit Anfang Februar musiziert die Kreismusikschule Plön mit Flüchtlingskindern im Projekt „Musik ist Klasse“. Seit gestern wurden erstmals Instrumente eingebracht, die bis zu den Osterferien genutzt werden. Weiterer Unterricht ist bis Sommer 2017 geplant, verriet Franz-Michael Deimling. Dafür habe die KMS Plön Fördergelder von 40  000 Euro bekommen. Das Geld steht im Kreis Plön bildungsbenachteiligten Kindern und Jugendlichen unter anderem auch für Musicalprojekte zur Verfügung. Deimling freut sich: „Durch das Projekt verdoppelt sich die Zahl der Kreismusikschüler auf etwa 1500 Mädchen und Jungen.“

Durch das Projekt erlebt die KMS einen ordentlichen Aufwind. „Für uns ist das eine Art Werbeveranstaltung“, schmunzelt Franz-Michael Deimling. Er sei jetzt ständig auf der Suche nach Musiklehrern. Interessierte sollten sich bei der KMS Plön (Tel. 04522/747820) melden.

Die KMS Plön kann gemeinsam mit ihren Kooperationspartnern Breitenauschule und Förderverein der Breitenauschule diesen neuartigen Unterricht anbieten, der innerhalb des Konzepts „MusikLeben!“ des Verbandes deutscher Musikschulen durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen des Programms „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung“ bis Sommer 2017 finanziert wird.

Ab dieser Woche haben die Kinder die Gelegenheit, zusätzlich zum gemeinsamen Musizieren in der zweiten Stunde innerhalb eines Instrumentenkarussells Trompete, Gitarre, Klavier, Saxonett, Schlagzeug und Violine genauer kennenzulernen und „ihr“ Instrument zu wählen. Deimling: „Nach den Osterferien startet dann zusätzlich zu der gemeinsamen Musizierstunde der Instrumentalunterricht in Kleingruppen.“  

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erstellt am 16.Feb.2016 | 14:18 Uhr

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