Flüchtlinge: Schloss Salzau wird zum Aufnahmelager

Das Schloss Salzau  steht seit Jahren leer. Nun sollen Flüchtlinge in das Landeskulturhaus einziehen.
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Das Schloss Salzau steht seit Jahren leer. Nun sollen Flüchtlinge in das Landeskulturhaus einziehen.

Land erhöht Kapazität auf 15 000 Plätze / Prognose: Dieses Jahr kommen mehr als 30 000 Menschen

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16. September 2015, 19:10 Uhr

Schleswig-Holstein will die Erstaufnahmeplätze für Flüchtlinge kurzfristig von 8500 auf 15  000 massiv ausbauen. Das kündigte Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) nach einem Treffen des Kabinetts mit Vertretern der kommunalen Landesverbände an. Ziel sei es, mehr Zeit zwischen Erstaufnahme und Zuweisung von Flüchtlingen an die Kommunen zu gewinnen, um diesen mehr Handlungsspielraum zu geben.

Innenminister Stefan Studt (SPD) geht inzwischen davon aus, dass in diesem Jahr mehr als 30  000 Flüchtlinge nach Schleswig-Holstein kommen werden. Albig versprach außerdem, das Land werde alles tun, um „ein spürbares Wohnbauprogramm“ für eine erste nachhaltige Unterbringung in den Kommunen schnell hinzubekommen.

Ferner gibt es einen Kurswechsel: Das Land will auch neue Gemeinschaftsunterkünfte der Kreise als Übergangslösung fördern – „in Revision unserer früheren Position“, sagte Albig. Denn eigentlich setzen Land und Kommunen auf eine möglichst dezentrale Unterbringung, um einer Ghetto-Bildung vorzubeugen.

Als Erstaufnahmelager soll jetzt auch Schloss Salzau (Kreis Plön) genutzt werden. Finanzministerin Monika Heinold (Grüne) stoppte die seit vier Jahren andauernden Verkaufsbemühungen für die Immobilie, die bis 2010 als Probeort für die Orchesterakademie des Schleswig-Holstein Musik Festivals genutzt wurde.

„Wir werden alles mobilisieren, um Flüchtlingen ein Dach über dem Kopf zu verschaffen, damit diese nicht auf Bahnhöfen übernachten müssen“, unterstrich Heinold. Wann und wie viele Flüchtlinge in das frühere Landeskulturhaus einziehen könnten, werde derzeit allerdings noch geprüft.

Der Sprecher der kommunalen Landesverbände, der Malenter Bürgermeister Michael Koch, lobte das konstruktive Kieler Treffen. Die Betreuung und langfristige Integration der Menschen, die jetzt nach Deutschland kämen, sei eine „Herkulesaufgabe“, sagte Koch. Der Vorsitzende des Städtebundes, der Norderstedter Oberbürgermeister Hans-Joachim Grote, betonte unterdessen, es müsse vor allem einer Ghetto-Bildung in den Kommunen vorgebeugt werden. Seite  18  /  Kommentar S.  19

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