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Ostholsteiner Anzeiger

19. August 2017 | 13:43 Uhr

Flüchtlinge müssen schon im Zelt hausen

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Auf dem Gelände der Landesunterkunft in Neumünster werden bis zu 54 Männer in einem 200 Quadratmeter großen Zelt leben müssen, weil die Einrichtung völlig überlastet ist. „Das Zelt ist eine temporäre Notlösung“, sagt Ove Rahlf, Sprecher des Innenministeriums. Das Land sei auf der Suche nach schneller Entlastung. Dabei kristallisiert sich die Rantzau-Kaserne in Boostedt heraus. „400 bis 500 Flüchtlinge könnten dort unterkommen“, so Rahlf. Die Entscheidung liege aber bei der Bundeswehr. Neben Boostedt sind die Schill-Kaserne in Lütjenburg und ein Gebäude der Marine in Kiel-Holtenau als Zweigstelle für die Landesunterkunft im Gespräch.

Sofort gab es gestern Kritik an dem Zelt. Der Flüchtlingsrat Schleswig-Holstein ist erbost. Stefan Schmidt, Landesbeauftragter für Flüchtlings-, Asyl- und Zuwanderungsfragen, ist auf der Zinne: „Ich habe kein Verständnis dafür, dass die Landesregierung nicht in der Lage war, frühzeitig Kapazitäten zu schaffen.“ Er fordert, dass die Flüchtlinge schneller auf die Kommunen verteilt werden.

Jörg Bülow vom Gemeindetag will das Gegenteil. „Die Menschen können in der Erstaufnahmeeinrichtung besser Sprachkurse bekommen, das Land muss schnell neue Kapazitäten schaffen, die Kommunen können das nicht.“ Die Gemeinden hätten schon jetzt Probleme mit der Unterbringung, sagt die Sprecherin des Kreises Ostholstein, Anja Sierks-Pfaff. „Auch bei uns ist es eng“, ergänzt Hans-Martin Slopianka für Nordfriesland. „Noch haben die Gemeinden keine Container oder Zelte aufstellen müssen, aber wenn die Zahl der Asylbewerber weiter so ansteigt, werden wir wohl nicht darum herum kommen.“

In Kiel leben Flüchtlinge schon in Containern. Angesichts der wachsenden Flüchtlingszahlen könnte das Zelt in Neumünster nicht das letzte in Schleswig-Holstein gewesen sein. Kommentar Seite 13

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erstellt am 05.Sep.2014 | 16:11 Uhr

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