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Ostholsteiner Anzeiger

20. Oktober 2017 | 04:17 Uhr

Flüchtlinge: Land will besser betreuen

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Innenminister sprach mit Landrat Sager über bessere Organisation der Verteilung

von
erstellt am 24.Nov.2014 | 15:24 Uhr

Die Bewältigung des wachsenden Flüchtlingsstromes besprach gestern Landesinnenminister Stefan Studt (SPD) mit Ostholsteins Landrat Reinhard Sager (CDU) im Eutiner Kreishaus. Studt lobte dabei die Pläne des Kreises, der von Januar an einen Flüchtlingskoordinator beschäftigen will. Der soll als Scharnier zwischen Land, Kreis und Kommunen dienen.

Am Ende dieses Jahres werden 500 Flüchtlinge in Ostholstein angekommen sein, stellte Sager fest, nach 153 und 265 in den beiden Vorjahren. Landesweit werden es 7000 sein.

Der Etat des Kreises für die Betreuung von Flüchtlingen werde im kommenden Jahr von 1,15 auf 2,44 Millionen Euro steigen, wobei dem Kreis 70 Prozent erstattet werden. Neben der Unterbringung stelle vor allem die Vermittlung von deutschen Sprachkenntnissen eine besondere Herausforderung dar.

Das Land setze alles daran, trotz vermutlich steigender Flüchtlingszahlen die Aufnahme und Verteilung besser zu organisieren, versprach der Innenminister. Mit der geplanten Nutzung einer leeren Kaserne in Boostedt werde die zentrale Aufnahmestelle in Neumünster etwa 1200 Plätze bekommen. Die sollen, wie Studt weiter erläuterte, für eine etwa sechs Wochen lange Betreuung der neuen Ankömmlinge genutzt werden, die ersten Sprachunterricht einschließt. Die anschließende Weiterleitung in die Kreise solle auch mit Hilfe dieser längeren Vorlaufzeit besser organisiert werden. Zugleich solle schneller geklärt werden, wer bleiben darf und wer nicht.

Individuelle Belange der Flüchtlinge oder auch Wünsche nach Familienzusammenführung sollten stärker beachtet werden. Und die Kreise könnten dann früher über die Ankunft neuer Flüchtlinge informiert werden. Zurzeit seien es manchmal nur 14 Tage. Und die Städte und Gemeinden, die nach einem bestimmten Schlüssel bei der Unterbringung von Flüchtlingen in die Pflicht genommen werden, könnten mit einer Erhöhung des Regelsatzes von knapp 64 auf 95 Euro rechnen.

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