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Flüchtlinge in Not: Ansturm auf die Tafeln

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Flüchtlingsrat fordert mehr Geld für Asylsuchende

Immer mehr Flüchtlinge versorgen sich über die Tafeln im Norden mit Nahrung. In den ersten Einrichtungen führt dies bereits zu Engpässen bei den Kapazitäten, in Extremfällen sogar zu Aufnahmestopps. „Der Andrang hat in diesem Jahr ganz gravierend zugenommen“, sagt Frank Hildebrandt, Landesvertreter der Tafeln.

Etwa in Neumünster. Dort können derzeit keine weiteren Bedürftigen versorgt werden – bereits zum vierten Mal in diesem Jahr: „Wir haben nicht genug Mitarbeiter und Lebensmittel“, erklärt Leiterin Christina Arpe. Ähnlich drastisch sieht es in
Itzehoe aus. Die Arbeit ist dort von den Ehrenamtlichen kaum noch zu bewältigen.

Er wisse von Kommunen, die die Flüchtlinge regelrecht zu den Tafeln schickten, sagt Hildebrandt. „Die sind total überfordert mit der Lage. Aber das würden die offiziell natürlich bestreiten.“ Und es strömen immer mehr Flüchtlinge nach Schleswig-Holstein. Bis Ende Oktober waren es laut Innenministerium 5699, im gleichen Zeitraum des vergangenen Jahres 3122 – 82 Prozent mehr. Die meisten Menschen kommen aus Syrien (32 Prozent) und Afghanistan (12 Prozent). „Sie sind bedürftig, sie haben kein Einkommen, also können sie bei Nachweis ihres Flüchtlingsstatus’ von den Tafeln Lebensmittel beziehen“, sagt Hildebrandt.

362 Euro bekommt ein alleinstehender Flüchtling laut Regelsatz. 29 Euro weniger als ein Hartz-IV-Empfänger, heißt es im Asylbewerberleistungsgesetz. Dessen Änderung fordert Andrea Dallek vom Flüchtlingsrat: „Flüchtlinge haben anders als Arbeitslose oft Kosten für Anwälte, Auslands-Telefonate, sie haben keinen Hausstand“, erklärt Dallek. Ihnen müsse ein Existenzminimum gewährt und die Möglichkeiten zur Finanzierung dieser Sonderbedarfe gegeben werden. Kommentar S. 18

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erstellt am 18.Nov.2014 | 16:48 Uhr

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