zur Navigation springen
Ostholsteiner Anzeiger

18. Dezember 2017 | 23:46 Uhr

Flott ins Netz: Lang ist der Weg

vom

Neuer Anlauf im Kreis Ostholstein zur Breitband-Versorgung

shz.de von
erstellt am 07.Mai.2013 | 03:59 Uhr

Eutin | Ein schneller Internet-Zugang bleibt auf Jahre hinaus noch Wunschtraum vieler Bürger und Firmen in Ostholstein. Doch es gibt Hoffnungszeichen: "Schritt für Schritt" wollen der Kreis und seine Entwicklungsgesellschaft (egoh) mit den Gemeinden nach 2015 für ein flächendeckendes Glasfasernetz sorgen. Für den Planungsstart gab es gestern von Kiel 90 000 Euro Anschubhilfe.

"Eine schnelle Internetverbindung per Glasfaser ist für den

Kreis Ostholstein als Wirtschafts-, Wohn- und Tourismusstandort sehr wichtig", zählt Landrat Reinhard Sager den flotten Zugang zum weltweiten Datennetz zu den Versorgungsleistungen, die wie Gas, Strom und Wasser längst selbstverständlich sind. Doch so einfach ist hier der Ausbau der Breitband-Versorgung nicht: Da private Firmen wie die Telekom oder Kabel Deutschland entsprechende Netze betreiben, nimmt es die Europäische Union auf dem Feld sehr genau mit öffentlichen Mitteln.

Und selbst wenn Brüssel alle Augen zudrückte: Woher sollen die 150 Millionen Euro kommen, die laut der vier Jahre alten Machbarkeitsstudie für den großen Netzausbau in Ostholstein fällig wären? Claus-Peter Matthiensen ist vor dieser Frage nicht bang: "Wir sind zum Handeln gezwungen und sollten das historisch niedrige Zinsniveau nutzen", sagte der egoh-Geschäftsführer. Er plant die Gründung eines Zweckverbandes oder einer GmbH für die Breitband-Versorgung, woran sich alle interessierten Gemeinden beteiligen sollen. An seiner Seite weiß er schon die Bürger und Firmen: "Campingplatz-Betreiber fürchten bereits um die Gäste, wenn die mit ihren Smartphones oder I-Pads nicht ins Netz kommen." Wenn aber die Gemeinden auf ihre Finanznot pochen? Matthiensen: "Dann werden sie ihren Bürgern erklären müssen, warum es bei ihnen kein schnelles Internet gibt."

Damit allen klar ist, um wieviel Geld und welche Maßnahmen es genau geht, sollen in Abstimmung mit der Bundesnetzagentur nun die rechtlichen Voraussetzungen eines Glasfaserausbaus durch die öffentliche Hand geprüft werden. Dann werden schon vorhandene und nutzbare Infrastrukturen erfasst und schließlich im Rahmen von technischen Planungen für jede Gemeinde im Kreis straßengenaue Karten angefertigt.

Hermann-Josef Thoben, Referatsleiter im Umweltministerium, wertete den Förderbescheid aus Kiel als "Start für eine gute Lösung" in Ostholstein. Die Verhältnisse in Deutschland seien eben andere als in Dänemark, wo ein Unternehmen alles schon auf eigene Faust bewerkstelligt habe.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen