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Ostholsteiner Anzeiger

18. August 2017 | 03:52 Uhr

Florian Stahl will zur Militär-WM

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Fußballer von Eutin 08 spielt seit 2007 für die Nationalmannschaft der Bundeswehr und trifft auch beim Benefizspiel in Wilhelmshaven

Dass der 31-jährige Florian Stahl ein exzellenter Angriffsspieler ist, wissen nicht nur die Fans der Fußballer von Eutin 08. In der Schleswig-Holstein-Liga hat er in der abgelaufenen Saison 35 Tore geschossen, in der Nationalmannschaft der Bundeswehr ist Stahl gesetzt. „Florian ist in unserer Mannschaft ein Führungsspieler“, stellt Trainer Olaf Bahne fest, dessen Dienstgrad „Oberstabsfeldwebel“ ist.

Wenn die Nationalspieler ihre Uniform mit dem traditionellen schwarz-weißen Sportdress mit dem Bundesadler auf der Brust tauschen, geht es meistens um einen guten Zweck. In Wilhelmshaven tritt die Nationalmannschaft zu einem Benefizspiel gegen eine Stadtauswahl an, das sie 4:2(4:1) gewinnt. Der Erlös der Veranstaltung, die in das Programm zum „Tag der Bundeswehr“ im größten Marinestandort Deutschlands eingebettet war, ging an das Bundeswehr Sozialwerk. Hauptfeldwebel Florian Stahl ist seit 2007 dabei, hat viele Länderspiele absolviert. „Ich habe nicht gezählt, wie viele es bisher gewesen sind“, sagt der Mann mit der Nummer 9 auf dem Rücken, der in Todendorf stationiert ist. „Florian Stahl hat bei der EM 2010, als wir den Titel geholt haben, großen Anteil am Erfolg gehabt. Er ist bei dem Turnier Torschützenkönig geworden“, erinnert sich Rolf Bahne.

Das Testspiel in Wilhelmshaven ist ein Abstecher aus dem Vorbereitungslehrgang in Augustdorf in Nordrhein-Westfalen, bei dem sich die Nationalmannschaft auf die Qualifikation für die Militär-Weltmeisterschaft in Oman vorbereitet. Das Bundeswehrteam hält sich nicht lange mit vorsichtigem Abtasten auf, die Mannschaft legt gleich den Vorwärtsgang ein, die Gastgeber kommen im Jadestadion ins Schwitzen. Angriff auf Angriff rollt auf das Tor zu, in der 19. Minute bringt Holger Wulff die Bundeswehr in Führung. Wilhelmshaven ist der größte Marinestandort in Deutschland, klar dass die Toransage stilecht mit einem Signalhorn eingeleitet wird.

Wie aus heiterem Himmel fällt der Ausgleich (24.) durch einen Schuss, der unhaltbar in den linken Giebel abgefälscht wird. Gut dass Florian Stahl in guter Form ist, er hat im Monat Mai in der Schleswig-Holstein-Liga zehn Tore für Eutin 08 geschossen. In der 27. Minute spielt er seine Routine aus, Markus Bauer hat sich auf dem linken Flügel durchgesetzt, passt flach in die Mitte, Florian Stahl hält nur den Fuß hin – Deutschland führt 2:1. Zwei Minuten später baut Bauer den Vorsprung mit einem Linksschuss aus, der an den Innenpfosten klatscht und von dort im Netz landet. Als sich die Gastgeber im Strafraum gegen Florian Stahl nur mit einem Schubser zu helfen wissen, pfeift der Schiedsrichter sofort Elfmeter. Sascha Brinker schickt den Torwart ins linke Eck und trifft eiskalt ins rechte (45.).

Soldaten im Sporttrikot haben eine besondere Verantwortung, sie repräsentieren ihr Land. So ist es bei der Nationalhymne vor dem Anpfiff keine Frage: Alle singen mit, textsicher. Und die Spieler leben Fair Play. Der Schiedsrichter hat den Einwurf falsch gesehen, kein Problem: die Spieler korrigieren die Entscheidung ohne Zögern.

In der zweiten Halbzeit fällt nur noch ein Tor – für die Wilhelmshaven-Auswahl zum 2:4-Endstand. „Wir haben zwei Gegentore zu viel bekommen“, sagt Florian Stahl nach dem Abpfiff. Er ärgert sich über eine vergebene Großchance: „Da hätte ich den Ball einfach über den Torwart ins Netz chippen müssen.“ Als sein Mitspieler Tony Siegmund verletzt vom Platz humpelt, kommt Stahl wieder rein und macht es besser. Er hebt den Ball über den Keeper ins kurze Eck, der Ball landet im Tor – doch der Unparteiische entscheidet auf abseits.

„Wir hatten gehofft, dass wir auf einen Gegner treffen, der uns in der Abwehr stärker fordert. Im Training haben wir zuletzt viel für die Offensive getan“, sagt Trainer Olaf Bahne. Mit dem Angriffsspiel seines Teams ist er schon fast zufrieden, weiß aber auch: „Wir haben bis zur Qualifikation für die Militär-WM noch eine Menge Arbeit vor uns.“ Da treffen die Deutschen auf Polen, Litauen und die Niederlande. Aktuell setzt sich die Nationalmannschaft der Bundeswehr aus den besten Spielern der Streitkräfte zusammen, unabhängig von der Waffengattung, sie kicken in den Klassen von der Landesliga bis zur Regionalliga.

Florian Stahl fühlt sich offensichtlich wohl, wenn er Fußballschuhe anhat. Sommerpause? Die ist für ihn beinahe ein Fremdwort, vom 20. bis 26. Juni steht die WM-Qualifikation auf dem Plan, am Sonnabend, den 18. Juni will er das Trikot der Nordostseeauswahl überstreifen, die um 15 Uhr in Gadebusch/ Mecklenburg-Vorpommern zu einem Benefizspiel antritt. In der Auswahl sind bekannte norddeutsche Fußballer am Ball, die bekanntesten sind der Wolfsburger Bundesligatrainer Dieter Hecking, ARD-Fernsehmoderator Gerd Delling sowie die früheren Profis Peter Hidien, Tobias Homp und Dietmar Hirsch. Und am 24. Juni beginnt die Saisonvorbereitung für Eutin 08. „Meine Sommerpause ist ungefähr zehn Tage lang“, verrät Florian Stahl mit einem Augenzwinkern.

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erstellt am 15.Jun.2016 | 19:19 Uhr

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