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Ostholsteiner Anzeiger

22. August 2017 | 07:48 Uhr

Flammen fressen sich durchs Dach

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Feuer in Krummsee beschäftigt Malenter Wehren mehrere Stunden und verursacht hohen Sachschaden / Technische Ursache vermutet

Das war ein hartes Stück Arbeit für die Malenter Feuerwehren. Gegen 7.30 Uhr waren sie per Sirenenalarm zu einem Einfamilienhaus im Bruhnskoppeler Weg 31 in Krummsee gerufen worden. Beim Eintreffen quoll bereits Qualm aus der Gaube an der Vorderseite des Hauses, das einer vierköpfigen Familie gehört und gerade umgebaut wird. Zwei Stunden brauchte es, bis die Wehren das Feuer im Griff hatten, die Meldung „Feuer aus“ erfolgte erst gegen 13 Uhr. Im Einsatz waren zeitweise 70 Einsatzkräfte aller acht Malenter Ortswehren.

Zwar schlugen keine offenen Flammen aus dem Dach, es war jedoch schwierig, an die unter dicken Dämmungen und Weichfaserplatten verborgenen Brandnester heranzukommen. „Wir haben erst versucht zu löschen, ohne das Dach zu öffnen, um den Schaden möglichst gering zu halten“, erklärte der stellvertretende Gemeindewehrführer und Einsatzleiter Andree Bendrich aus Kreuzfeld. Doch weder ein Löschangriff mit Hilfe der Drehleiter von oben noch von innen habe den erhofften Erfolg gebracht.

Der Krummseer Architekt Jörg Fleischer, der den Umbau geplant hat und früh am Brandort war, ahnte gleich: „Die müssen das Dach öffnen.“ So kam es: Als sich das Feuer in den Dachstuhl zu fressen drohte, ließ Bendrich Löcher ins Dach schlagen, um an die Brandnester heranzukommen. Weil das Feuer an verschiedenen Stellen immer wieder aufloderte, deckten die Feuerwehrleute mit Einreißhaken schließlich die gesamte vordere Dachhälfte ab.

Als Gefahrenquelle für die Löscharbeiten erwies sich, dass die Baumaßnahme noch nicht abgeschlossen war. „Wir wussten nicht, ob das Feuer den offenen Bereich im hinteren Gebäudeteil erreicht“, erklärte Bendrich. Dann hätte der Brand sich blitzartig ausbreiten können. Letztlich gelang es, die Flammen rechtzeitig zu löschen. Aber: „Es war kritisch“, sagte Zugführer Kai Jansen. „Die Rauchgase, die in den Dachstuhl gezogen sind, haben durchgezündet.“ Damit habe das Feuer auf großen Teile des Dachstuhl übergegriffen.

Zusätzlich erschwert wurden die Löscharbeiten durch die auf dem Dach montierte Fotovoltaikanlage. „Die kann nicht abgeschaltet werden, die liefert weiter Strom“, erklärte Bendrich. Die Feuerwehrleute müssten aufpassen, dass sie beim Wegschlagen der Dachziegel keine Solarplatten träfen. Froh war Bendrich, dass die Gemeindewehr seit Sommer über eine zweite Wärmebildkamera verfügt. Diese sei in Kreuzfeld stationiert und habe beim Brand gute Dienste geleistet. Denn die Kamera der Malenter Ortswehr sei gerade in Reparatur.

Gemeldet hatte das Feuer der erwachsene Sohn der Hausbesitzer. Nachdem er die Tochter des Hauses zur Schule gefahren hatte und zum Haus seiner Eltern zurückgekehrt war, bemerkte er die Rauchentwicklung und alarmierte die Feuerwehr. Bitter für die Hausbesitzer: Sie machen gerade Urlaub in der Karibik, waren zum Zeitpunkt des Unglücks nicht zu erreichen.

Die Aussicht, nach einem halben Jahr Bauarbeiten bald in einem neu gestalteten Haus leben zu können, ist erst einmal zerstört. Architekt Fleischer bezifferte den Schaden in einer ersten Einschätzung auf bis zu 180  000 Euro. Zum eigentlichen Neuaufbau kämen hohe Kosten für die Beseitigung der Löschwasserschäden.

Kripo-Beamte erschienen noch während des Feuers, um Ermittlungen über die Brandursache aufzunehmen. Sie dürften sich jetzt darauf konzentrieren, ob tatsächlich ein technischer Defekt an der Elektrik des Hauses für das Feuer verantwortlich ist, wie am Brandort mutmaßt wurde. An der Anlage soll noch am Vortag gearbeitet worden sein.

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erstellt am 10.Dez.2015 | 00:32 Uhr

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