Sport im Test : Fit for Frühling: „Jumping-Fitness“

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24. März 2017, 12:49 Uhr

Ein ständiges Auf und Ab steht in der zweiten Folge unserer Serie „Fit for Frühling“ im Mittelpunkt. Die OHA-Mitarbeiter Harald Klipp und Andrea Lange begeben sich Woche für Woche auf die Suche nach Bewegungsformen, für die sich auch der eigene Schweinehund vom Sofa bequemen würde. Heute: Komm in Schwung mit „Jumping-Fitness“. Glückshormone sind garantiert!

Jumping-Fitness

„Erst fängt es ganz locker an, aber dann...“ So wie die Kreuzberger Nächte im Oldie der Gebrüder Blattschuss nimmt auch die Übungsstunde auf dem Mini-Trampolin Fahrt auf. Die Musik ist leicht und beschwingt, auch die Bewegung auf dem Mini-Trampolin ist zu Beginn eher gemütlich. Doch das ändert sich schnell, das Tempo steigert sich, die Schwingungen werden stärker. Den Takt gibt Janina Peglow vor, 16-fache Deutsche Meisterin im Jahn-Neun-Kampf, eine echte Powerfrau, so fit, als würde sie morgen ihren 17. Titel holen.

Janina Peglow gibt den Ablauf der einzelnen Bewegungen vor. Sie sagt die Übungsteile an: Ein verstohlener Blick zur Seite auf meine Mitstreiterinnen, in dieser Übungsstunde sind – außer mir – ausschließlich Frauen dabei, die Frauen setzen die Kommandos ohne zu zögern um. Zurzeit werden die Jump-Stunden noch mehr von Frauen besucht, aber Männer sind nicht nur gern, sondern zunehmend auch öfter gesehen. Der ganze Körper profitiert von den Schwingungen, Oberschenkel, Beine, Beckenboden, Koordination, Herz- und Kreislaufsystem werden gestärkt.

Mein Blick geht nach innen, den Rhythmus der Musik aufnehmen, die Füße nacheinander (oder hat sie gleichzeitig gesagt?) aufsetzen, den Oberkörper ruhig halten. Das klappt – doch jetzt ist alles anders: „Noch vier! Noch zwei...! Und Tip Toe!“ Die Ferse bleibt auf der Sprungfläche, die Zehen tippen kurz auf. Es folgt „Beat!“, dann „Rebound!“, „Side Kick!“, „Basic!“. Zum Schluss „Stomping!“ Dabei stützen wir die Arme auf das T-Stück am Kopf des Trampolins, während die Beine mit Wucht in einem Stakkato auf und ab springen. Der erste Abschnitt, der erste Song, ist vorüber. Pause!

Der Körper signalisiert: „Siehste, geht doch!“ Die Musikauswahl nimmt Fahrt auf – die Trainerin auch.

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Es geht einen Tick schneller, die Füße stampfen entschlossen in das Sprungtuch. Ich habe kurzzeitig das Gefühl, dass meine Oberschenkelmuskeln platzen. Mir wird klar: Mein Tempo ist ein wenig langsamer. Janina Peglow sagt: „Es ist in Ordnung, wenn man sein eigenes Tempo sucht, man kann auch Pause machen, wenn es zu viel wird.“

Mit der Zeit geht es flotter, die Choreografie sitzt, der Körper gewinnt an Ausdauer und Kraft. Während ich meine Hände auf die Stange lege, die an der Kopfseite des Mini-Trampolins angebracht ist, schwingen die Frauen nebenan ihre Beine im Takt über den Rahmen hinaus, als sei es das Selbstverständlichste auf der Welt.

Bei der letzten Runde, nach sieben Nummern ist der Springteil der Stunde erledigt, werde ich mutiger, drücke mehr auf die Tube, arbeite mich fester mit den Füßen in das Sprungtuch hinein und absolviere die letzten Beinschwünge selbstbewusst über den Rand des Trampolins hinaus. Die Beine machen mühelos mit, sie haben sich offenbar an die Belastung gewöhnt. Das ist ein echtes Erfolgserlebnis.

Der Körper hat auf Hochtouren gearbeitet, der Schweiß läuft, der Puls geht überraschend zügig auf Normalfrequenz zurück. Zum Glück habe ich mein Handtuch dabei, das beim Schlussakkord auch als Unterlage dient. Mit Dehnübungen und einem Cool-Down geht die Stunde zu Ende.

Mein Fazit

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400 Muskeln werden beansprucht und der Körper schüttet Glückshormone aus, verspricht Janina Peglow auf ihrer Homepage – bei mir sind es gefühlte 480. Das Auf und Ab auf dem Mini-Trampolin geht leichter als erwartet, der Gleichgewichtssinn gewöhnt sich an den ungewohnten Untergrund. Herz und Kreislauf kommen auf Touren. Überraschend: Der erwartete Muskelkater bleibt tatsächlich aus.

„Die zweite Halbzeit kam mir leichter vor als die erste“, sage ich bei der Manöverkritik. „Wahrscheinlich hast du dich da nicht so angestrengt“, sagt die Trainerin mit einem Augenzwinkern. Die Bemerkung ist ein bisschen ungerecht – aber das mit den Glückshormonen stimmt...


„Fit for Frühling“ – Die Serie

 
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