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Serie „Fit for Frühling“ : Fit for Frühling – Folge 5: Kung Fu

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Der Winterspeck hat keine Chance. Die OHA-Mitarbeiter Andrea Lange und Harald Klipp erkunden verschiedene Möglichkeiten, wie jedermann und jederfrau etwas für die Fitness tun kann. Heute: Selbstverteidigung mit Kung Fu.

shz.de von
erstellt am 24.Apr.2017 | 12:37 Uhr

Kung Fu

Das Aufwärmtraining ist spielerisch leicht, wir laufen in dem kleinen Übungsraum kreuz und quer durcheinander. Dann wird es etwas schwieriger, wir versuchen uns im Vorbeilaufen gegenseitig mit der Hand anzutippen, gleichzeitig sollen wir ausweichen und schon unser nächstes „Opfer“ im Auge haben. Das sind drei Dinge auf einmal: Multitasking als erste Lektion für die Selbstverteidigung nach den Regeln des Kung Fu.

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Stefan Hinze ist 1998 zum Kampfsport gekommen, als Polizeibeamter ist Selbstverteidigung für ihn ein absolutes Pflichtfach. Der Einstieg war Jiu-Jitsu. Zum Kung Fu ist er eher zufällig gekommen, er suchte nach einer Sportschule, stieß bei seinem Praktikum auf die Kung-Fu-Schule in Klein Rönnau bei Bad Segeberg – und ist der Kampfkunst seitdem treu. Den Schwarzgurt habe er nach siebeneinhalb Jahren erworben. Der Meistergrad ist der erste große Schritt in die Trainerlaufbahn.

Das Training sei für jedes Alter geeignet, sagt Hinze. Wer den Dojo zum ersten Mal in legerer Sportkleidung und barfuß betritt, sollte vorher über seine individuelle Verfassung Auskunft geben: sportliche Vorerfahrungen, gesundheitliche Besonderheiten und Alter. „Wenn irgendwelche körperlichen Probleme vorhanden sind, können wir darauf Einfluss nehmen“, erläutert Stefan Hinze. Das Alter sei gleichgültig: „Wir haben 50- und 60-Jährige, die hier mittrainieren und auch voll Spaß daran haben.“

Kung Fu ist ein Ganzkörpersport: Körperbeherrschung, Kraft, Ausdauer – in der Trainingsstunde werden alle Faktoren angesprochen. Dazu kommt, dass Selbstvertrauen, Selbstwertgefühl und Auftreten verändert werden. Wer sich besser zur Wehr setzen kann, kommt als Opfer kaum in Frage.

 

Er habe sich seit 15 Jahren nicht mehr wehren müssen, stellt Hinze fest. Das liege vielleicht an der anderen Art, wie man auftrete. Die Kondition werde „unendlich“ beansprucht, erklärt der Kampfsportler. Nebenwirkung: Kung Fu ist ein schweißtreibender Sport, bei dem es in der Natur der Sache liegt, dass man trotzdem Körperkontakt hat.

In der Übungsstunde ist die Konzentration gefordert, Angriffs- und Abwehrtechniken sind aufeinander abgestimmt, der angehende Kämpfer lernt, wie er den Attacken die Wucht nimmt und selbst wirkungsvoll Konterangriffe einsetzt. Bei Fortgeschrittenen sieht der Ablauf der fließenden Bewegungen wie eine Choreographie aus.

Mein FazitDer Fluss der Bewegung ist die Baustelle, an der ich am meisten arbeiten sollte, stellt Stefan Hinze zum Schluss der Übungslektion fest. Als Ballsportler hat mich schon der Beginn der Stunde in den Bann gezogen, das spielerische Agieren und Reagieren, das Erfolgserlebnis, wenn ein Ausweichversuch oder eine Angriffsfinte glückt, sind Motivation für den Einstieg. Sehr wichtig ist die Rückmeldung des Trainers. Geduldig erklärt Stefan Hinze wieder und wieder die Bewegungsabläufe, macht auf Fehler aufmerksam, korrigiert und lobt, wenn es klappt.

Das Training kurbelt Herz und Kreislauf an, verlangt Aufmerksamkeit. Das sind Faktoren, die auch im Alltag nützlich sind. Von den drei Sportarten, die ich ausprobiert habe (Jumping-Fitness, Aqua-Jogging und Kung Fu) ist die Selbstverteidigung, die die mir am besten liegt, weil sie meinen Spieltrieb anspricht und ich meine Bewegungserfahrungen als Fußballtorwart nutzen kann. Außerdem hat Kung Fu eine Nebenwirkung für den Alltag: Wenn mich jemand bedroht, fühle ich mich wahrscheinlich nicht mehr ganz so ausgeliefert. Ich denke, es reicht für einen kräftigen Schubs – und dann laufe ich schnell weg.

„Fit for Frühling“ – Der Film

Folge verpasst? Die verschwitzten Selbstversuche von Andrea Lange und Harald Klipp gibt es hier nochmal zu sehen.

Folge 1: Badminton

Folge 2: Jumping-Fitness

Folge 3: Pilates

Folge 4: Aqua-Jogging

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